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Samstag, den 02. Juli 2005 bis Mittwoch, den 06. Juli 2005

02. Juli 2005: Wie bereits auf der Tagebuchseite vom 1. Juli angekündigt, gibt es heute eine Auseinandersetzung mit den Campingplatzbesitzern von Springvale Homestead. Zu einer Auseinandersetzung kommt es, da die Campingplatzbesitzer es nicht einsehen, den Grill, also BBQ, der Campingplatzküche regelmäßig zu reinigen. Ich bin zutiefst erregt, da die Mitarbeiterin, der ich das sage, mich zum, wie sie wörtlich sagt "gottverdammten Manager", weiterzuleiten versucht. Da am heutigen Samstag arbeitsfrei ist, ich also nicht für Harvest One außerhalb von Katherine arbeiten muß, entschließe ich mich einen neuen Campingplatz im Ortsinnnern von Katherine aufzusuchen. Am späten Nachmittag fahre ich am hiesigen Friedhof vorbei und mache vom Außenbereich des Friedhofs einige Aufnahmen, bevor die Sonne untergeht.

03. Juli 2005: Am Sonntag mache ich einen kleinen Ausflug innerhalb und außerhalb von Katherine. Auch besuche ich die Kirche in Katherine am heutigen Tag. Am späten Nachmittag schwillt in Katherine ein Buschbrand. Die Feuerwehr rückt aus und mutige Feuerwehrmänner verschwinden im Busch, um Herr über das Feuer zu werden. Das Feuer ist wahrscheinlich ausgeufert, als wieder einmal durch die Behörde versucht wurde, das Buschgras kontrolliert abzubrennen. Es qualmt ordenlich:

Auch verfolge ich vergnügt ein Cricket-Spiel hier auf dem Sportplatz in Katherine.

Hier ist die Behörde von Katherine, die Buschfeuer kontrolliert legt, um in der Trockenzeit die Brandgefährlichkeit von Buschgras niedrig zu halten. Diese Behörde oder auch die Feuerwehr von Katherine rückt allerdings auch aus, wenn das Buschfeuer zu Stellen ausufert, die nicht abbrennen dürfen, wie am heutigen Tag wieder einmal geschehen. Das kontrollierte Abbrennen ist übrigens eine überlieferte Tradition der Eingeborenen von Australien.

04. Juli 2005 bis 06. Juli 2005: Von Montag bis Mittwoch habe ich arbeitsreiche Tage. Düngen muss ich nun nicht mehr, sondern ich muss die Sprinkleranlage kontrollieren. Das bedeutet, ich muss jeden Baum abfahren und erkennen, ob dieser bewässert wird oder nicht. Sollte dies nicht der Fall sein, so muß ich einige Löcher in die Drainageschläuche schneiden, damit das Wasser wieder fließt. Die Drainageschläuche verstopfen, da das Wasser, das aus unterirdischen Gesteinsschichten stammt, voll mit Sand ist und bis zu den Mangobäumchen nicht gefiltert werden kann.

Murray, meinem Boss von Harvest One, gebe ich am Montag bekannt, daß ich am Freitag dieser Woche aufhöre, da es langsam Zeit für mich wird, weiter nach Darwin aufzubrechen, wo ich ja meine Mutter vom Flughafen Darwin abholen werde. Das ist schon Wahnsinn, dass meine Mutter mich hier in Australien besuchen kommt!

Des weiteren bitte ich Murray um ein Referenzschreiben. Robb kommt am Montag nicht. Er scheint krank zu sein. Hier in Australien behandelt man die Tagelöhner, wie Robb, nicht schlecht. Man verzeiht einem Tagelöhner, daß er ein bis zwei Tage ohne Krankmeldung nicht kommt. Der Tagelöhner hat deswegen keine negativen Konsequenzen zu fürchten! Das ist wirklich das Land der Mates!

Am Dienstag ist Robb wieder da. Murray beauftragt uns beide, die Mangobäumchen zu überprüfen. Das bedeutet, daß Mangobäumchen durch neue auszutauschen sind, falls sie verstorben sind. Zum Glück naht das Arbeitsende am Freitag, sage ich mir. Am Mittwoch bin ich mal wieder ganz alleine mit dem Überprüfen der Mangobäumchen beschäftigt. Robb fehlt mal wieder.

Velda von Grunt Labour kommt bei Harvest One vorbei, um mit Murray über die Entwicklung bei Harvest One in Katherine und dessen Auswirkung auf die Beziehung zwischen Harvest One und Grunt Labour zu sprechen. Velda ist sehr nett. Bei einem Gespräch findet sie heraus, daß ich meine Campingsachen auf dem innerörtlichen Campingplatz habe. Deshalb bietet sie mir an, mich dorthin zurückzubringen. Auf der Fahrt dorthin lädt sie mich für den morgigen Donnerstag zu sich nach Hause ein. Ihr Mann, ihr Schwiegervater und ihre Tochter kämen zum Abendessen. Dankend nehme ich die Einladung an.

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