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Mittwoch, den 01. Juni 2005
Heute geht es weiter in Richtung Westen auf dem Capricorn Highway. Die Nacht habe ich noch einmal in Emerald auf dem Campingplatz verbracht. Heute morgen bin ich froh, endlich alle Menschen hier hinter mir zu lassen und mich mit meinem Motorrad weiter in Richtung Westen aufmachen zu können.
Noch einmal streife ich Rubyvale mit einer Ankündigung direkt am Straßenrand des Capricorn Highways zu Edelsteinfeierlichkeiten ("Gem-Fest") hier in Rubyvale im kommenden August 2005.
Das nächste Etappenziel ist Alpha. Alpha, ein kleines Dörfchen, ist etwa 50 Kilometer westlich von Rubyvale gelegen. Ich fahre auf dem Capricorn Highway genau auf der Grenze zwischen gemäßigtem Klima südlich von hier und tropischem Klima nördlich von hier. Kurz vor Alpha wird es sehr aufregend für mich. Erst einmal hat der Verkehr hier sehr sehr abgenommen. Des weiteren kommt mir alles noch trockener vor als weiter östlich von hier. Auch der Baumbewuchs nimmt weiter ab. Irgendwo mittendrin wird es begig. Ich überwinde die Great Deviding Range. Die Great Deviding Range ist ein lang gezogener Gebirgsrücken im Herzen von Queensland, der das Outback im Westen des Gebirgsrückens von den Tablelands im Osten des Gebirgsrückens trennt. Nun lande ich nach Überwindung der Great Deviding Range im Outback von Queensland. Das ist sehr aufregend. Das Outback ist auch überhaupt nicht bergig. Hunderte von Kilometer geht es nach der Great Deviding Range also über absolut ebene Gebiete. Es ist einfach ein Traum, aber es ist auch sehr heiß und sehr trocken hier. Ich muss zwischendurch sehr viel trinken, weil ich sehr viel Durst habe und das Outback jemanden also sehr auszutrocknen weiß; und das innerhalb kürzester Zeit!
Die folgende Hochformat-Diashow und die folgende Querformat-Diashow zeigen meinen Weg von Emerald in Richtung Great Deviding Range.
Hochformat-Diashow von meinem Weg von Emerald in Richtung Great Deviding Range:
(Bitte auf das Bild klicken!)
Querformat-Diashow von meinem Weg von Emerald in Richtung Great Deviding Range:
(Bitte auf das Bild klicken!)
Auf einer Anhöhe in der Nähe der Great Deviding Range kurz vor Alpha gelingen mir einige Videoaufnahmen. Es ist unheimlich ruhig hier, die Sonne strahlt, es sind über 25 Grad Celsius und es ist einfach ein Traum. Es geht von hier aus einfach bergab und man weiß nicht, was sich da eigentlich in Richtung Westen weiter auftut. Das ist irgendwie unheimlich hier! Diese Momente sind für mich die eigentlichen Highlights meiner Reise, denn ich bin an diesem Tag an dem Herzstück meiner Reise angekommen! Das hat zu tun mit wahren Glücksgefühlen, die ich bei diesem Teil der Strecke empfinde. Mir ist noch gar nicht bewußt, dass ich an diesen und an einige weitere darauffolgende Tage noch lange zurückdenken werde! Irgendwie habe ich aber auch Angst, denn ich weiß nicht genau, was sich da am Horizont für mich auftun wird. Wie ein kleiner Junge stehe ich auf der Anhöhe und irgendwie verwirklicht sich auch ein Traum, den ich schon als kleiner Junge hatte: Ins Ungewisse zu fahren in Richtung westlichen Horizont! Aber es wird einfach noch schöner werden da am westlichen Horizont, wie die Berichte der folgenden Tage verraten werden. Nun zu den Videos auf der Anhöhe in der Nähe der Great Deviding Range und kurz vor Alpha.
Nun geht es von der Anhöhe aus weiter Richtung Alpha. Um mich herum ist rote Erde. Der Highway spiegelt sich in der Sonne. Es ist einfach Wahnsinn und unwirklich hier!
Alpha ist erreicht. Ich genehmige mir zwei Sausage Rolls an einer einsamen Tankstelle. Die Luft ist echt trocken hier. Die Leute reden nicht so viel. Ich denke, sie geben sich ökonomisch wegen der Umgebung hier.
Dann geht es auch schon weiter. Ich überwinde die Great Deviding Range, ...
... um nun im Outback von Queensland anzukommen, was durch das Schild mit der Aufschrift Lake Eyre Basin gekennzeichnet wird.
Ich bin überglücklich, den weiten Weg angetreten zu haben, um nun im Outback Australiens angekommen zu sein!
Es geht weiter nach Westen ...
... nach Jericho, dem nächsten Dorf hinter Alpha.
Hier gibt es einen Bach namens Jordan :-) ...
... und einen furztrockenen Campingplatz ohne Menschen weit und breit. Es ist unheimlich ruhig hier und die Vögel haben auch komische Angewohnheiten. Sie verhalten sich ein bißchen zu mutig meiner Meinung nach. Sie kommen bis auf wenige Zentimeter Distanz zu mir und versuchen alles Mögliche, um an mein Essen beziehungsweise an mein Trinken heranzukommen. Die Tiere, wie auch die Menschen, sind hier etwas direkter als in den zivilisierten Gegenden von Australien.
Hier ein Vogel als Beispiel, der mich sehr hartnäckig störte beim Zeltaufbau auf Jerichos Campingplatz.
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