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Freitag, den 03. Juni 2005
So, heute geht es dann mal weiter über den Matilda Highway nach Winton. Winton ist meine
Stadt zum Bleiben. Mal ehrlich, wenn ich genug Geld habe für das Flugzeug und wenn ich genug Geld habe
zum Überleben bis an mein Lebensende, dann werde ich hier leben. Also, wenn mich
jemand sucht in Deutschland, mal in Winton probieren! :-)
Die Strecke zwischen
Longreach und Winton auf dem Matilda Highway ist außergewöhnlich! Außer viel Weide mit
trockenem Gras für Kühe, die extrem trockenes Gras vertragen, und einer ganz lang
gezogenen und kerzengeraden Straße, genannt Landsborough Highway, ist zwischen Longreach und
Winton nichts zu holen! Aber mich stimmen die Temperaturen sehr angenehnem, die
trotz des Winters in Australien nunmehr zwischen 20 und 30 Grad Celsius liegen.
Aber laßt die Impressionen zwischen Longreach und Winton an diesem besonderen
Tag anhand der nun kommenden Bilder und Videos einfach mal auf Euch wirken:
Aufbruch morgens gegen halb zehn vom Campingplatz in Longreach: Stolz postiere ich mich vor meinem Zelt ...
... und neben einem waschechten Australier.
Auch in Longreach gibt es endlos lange Straßen! :-)
Die nächsten 500 Kilometer folge ich dem in Longreach vom Capricorn Highway abzweigenden Landsborough Highway in Richtung Norden nach Cloncurry. Die nächste Etappe ist, wie bereits oben erwähnt, das etwa 180 Kilometer entfernte Winton. Der Anfang ist etwas schwierig. Ein entgegenkommendes Auto wirbelt einen Stein auf, der an meinem Knie bei fahrendem Motorrad landet. Das tut weh! Jetzt heißt es durchhalten. Der Tank ist voll. Umwege sind nicht möglich, denn in 180 Kilometern Entfernung ist Winton erreicht und der Tank leer.
Der Anfang ist noch relativ unspektakulär, ein Fluß, ...
... ein Truck, ....
... aber dann tauche ich wieder ein in die schier endlose Weite von Queenslands Outback. Ich bin ziemlich nervös, weil um mich rum nur Schafe, Bullen auf Weiden und entgegenkommende oder überholende Autos sind. Aber nach 75 Kilometern verläßt mich die Nervosität. Das Motorrad läuft halt wie ein Nähmaschinschen, wie die letzten hunderte Kilometer auch. Das beruhigt mich sehr. Ich habe immerhin noch nicht so viel Outbackerfahrung, habe aber die Straße genommen, die von Touristen aus Übersee nicht so oft befahren wird.
Wir machen mal ne kleine Diashow bis wir den Landkreis von Winton erreichen. :-)
Der lange Weg von der Mitte zwischen Longreach und Winton zum Winton-Landkreis:
(Bitte auf das Bild klicken!)
So, jetzt, nach 100 Kilometern sind wir endlich im Winton-Landkreis angekommen! :-)
Bis nach Winton selbst geht es noch ein wenig durchs Outback. Wir zeigen das in den folgenden Diashows:
Die letzten 80 Kilometer nach Winton durch den Winton-Landkreis im Querformat:
(Bitte auf das Bild klicken!)
Die letzten 80 Kilometer nach Winton durch den Winton-Landkreis im Hochformat:
(Bitte auf das Bild klicken!)
Wir haben aber auch noch einige Videos, die wir im Outback zwischen Longreach und Winton zu diesem Zeitpunkt gemacht haben:
Wir (das ist übrigens mein Motorrad und ich :-)) haben es geschafft: Endlich in Winton angekommen. Entspannt sehe ich einem Truck mit drei Anhängern entgegen.
Waltzing Matilda ist eine Kultfigur in Australien. Damit zusammen hängt der Mann mit dem
Beutelstock, der quer durch Australien zieht, um zu reisen und zu arbeiten. Die Wurzeln
der australischen Identität gehen auf jeden Fall unter anderem auf den Winton-Landkreis
zurück. Des weiteren ist die Fluggesellschaft, die heute als Quantas operiert, in Winton
und erst später in Longreach gegründet worden. Es gibt zum Abschied von Winton noch ein
Außenbesuch des Gründungshauses der Quantas-Fluggesellschaft, damit man sich auch auf
Bildern davon ein Bild machen kann.
Jetzt gehe ich aber erst mal einen Backfisch
mit Pommes essen und dann baue ich mein Zelt auf auf dem hiesigen Campingplatz.
Der Campingplatzbesitzer ist übrigens ein ungeheuer ruhiger Zeitgenosse. Es dauert erst
mal ein wenig, bis er mich als Gast aufnimmt. Hier dauert eben alles ein wenig länger. :-)
Man kann natürlich auch in einem Motel unterkommen, das nach der oben erwähnten
Kultfigur benannt ist, aber das ist natürlich zu teuer.
Am Abend gehe ich nochmal Fisch und Pommes essen in einem anderen Restaurant.
Bezeichnend für die Mentalität hier ist auch das Verhalten des alten Inhabers dieses
Restaurants. Er ist sehr ruhig und er spricht kein Wort zu viel. Ich bekomme ein Glas
hingestellt, aus dem ich Blackall Limonade trinken möchte. Doch der Glasboden besteht
aus schwarzem Staub. Wahrscheinlich wurde aus diesem Glas schon lange nicht mehr
getrunken. Deswegen sage ich dem Restaurantinhaber, ich hätte gerne ein sauberes
Glas. Dann stellt er mir einen Eisbecher hin, aus dem man halt auch trinken kann.
Daran sieht man, dass man sich um die neurotischen Städter nicht so sorgt hier.
Ich fotografiere übrigens noch später eine Aufschrift von einem Gedenkstein hier in
Winton ab, damit man sich, wenn man Englisch kann, selbst das Wissen über Waltzing
Maltilda aneignen kann. :-) Gute Nacht!
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