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Sonntag, den 12. Juni 2005 bis Montag, den 20. Juni 2005
12. Juni 2005: Nachdem ich mich auf dem Campingplatz Springvale Homestead etwas außerhalb von Katherine gerappelt habe, erkundige ich Katherine. Ich treffe auf Radfahrer am Ortseingang von Katherine, die ebenfalls wie der querschnittsgelähmte Radfahrer, den ich zwischen Renner Springs und Mataranka kennenlernen durfte, Australien umradeln:
Sonst passiert an diesem rekordverdächtig spannenden Sonntag nicht mehr viel, außer dass ich zwischen Campingplatz und Katherine hin- und herfrequentiere mit meinem Motorrad.
13. Juni 2005: Heute unternehme ich einen Ausflug zum "Katherine Gorge", der bekannten Katherine Schlucht, also einem kilometerlangen Abhang, der den "Katherine River", also den Katherine Fluß, umsäumt. Ich schwinge mich also auf mein Motorrad und mache mich auf den Weg zum Katherine Gorge:
Ich komme beim Hin- und Rückweg an einem Friedhof vorbei. Die Autofahrer werden gebeten, auf Trauergäste während einer möglichen Beerdigung Rücksicht zu nehmen; also nicht so schnell zu fahren oder laut zu sein. Witzig, oder? So ein Schild muß man sich mal in Deutschland vorstellen. In solchen Dingen mutet die Behörde einem in Deutschland wesentlich mehr Belastung zu.
Als ich den Aussichtpunkt am Katherine Gorge wieder verlasse, sichte ich einige Fledermäuse auf einem Baum, die, da es ja Tag ist, nächtigen. Doch seht selbst in der Diashow im Querformat.
Auf dem Weg zum Katherine Gorge und über dem Katherine Gorge :-) im Querformat:
(Bitte auf das Bild klicken!)
Über dem Katherine Gorge im Hochformat:
(Bitte auf das Bild klicken!)
14. Juni 2005: Heute haben alle Geschäfte inklusive Jobagenturen in Katherine wieder auf. Also gehe ich zu "Grunt Labour Services", einer hiesigen Leiharbeitsfirma, und werde über einen Zeitraum von mehreren Wochen bei verschiedenen Unternehmen, an die "Grunt Labour Services" mich vermittelt, fündig. Trish, die Chefin von "Grunt Labour Services" in Katherine ist auf jeden Fall für den heutigen Tag von meinem Arbeitswillen überzeugt. Sie sieht sich in ihrer Überzeugung ebenfalls bestätigt, als ich in ihrem Büro ein Computerproblem erfolgreich löse. Sie bittet mich daher, bald einen Lebenslauf einzureichen. Am späten Nachmittag erhalte ich bereits einen Anruf von Trish auf meinem Handy. Das ist doch Anlaß zu Optimismus, oder?! Sie fragt mich, ob ich nicht einem Unternehmer beim Verladen von Fenstern auf dem Grundstück eines Kunden des Unternehmers helfen könne. Das ganze ist etwas außerhalb von Katherine. Ich werde jedoch abgeholt und später wieder zurück gebracht. Klar, mache ich!
Der Kunde des Unternehmers scheint aus den Niederlanden zu sein. Er hat ein wahnsinnig großes Anwesen hier im Nichts direkt an einem kleinen Fluß. Der Kunde des Unternehmers lädt uns nach dem Verladen zu einem kleinen Umtrunk ein. Dabei erzählt er, dass sein Anwesen überhaupt nicht frei von Krokodilen sei. Ständig seien diese auf seinem Anwesen. Da dachte ich mir, ist zwar sehr schön hier, so schön ruhig und abgeschieden, aber wegen den Krokodilen würde ich hier nicht leben.
15. Juni 2005: Heute wird fleißig der Lebenslauf geschrieben und ausgedruckt. :-) Ich fahre dazu zum Einkaufszentrum in Katherine. Dort kommt mir das Kennzeichen eine Motorrades irgendwie bekannt vor:
Anscheinend hat sich der Motorradfahrer überlegt, er bringt sein Motorrad direkt mit nach Australien. Krass, oder?
Einen viel cooleren Typen als einen Deutschen (den habe ich nicht kennengelernt) mit deutschem Motorrad lerne ich ebenfalls an der Kasse von "Wooli Wooli" Woolworth, die Supermarktkette in Australien, kennen. Er heißt Christof, ist aus Frankfurt am Main und fährt mit seinem Fahrrad immer mal wieder durch Australien, wenn ihn das Leben in Deutschland mal wieder zu sehr nervt. Aktuell ist er unterwegs von Perth kommend nach Darwin. Dort will er sein Visum für Australien verlängern ohne Rückflugticket. Das ist nicht einfach, da australische Behörden immer verlangen, daß der Tourist bei Schwierigkeiten in Australien sofort in der Lage ist, Australien zu verlassen. Das ist ohne Flugticket in ein anderes Land nicht immer möglich. Ich wünsche ihm viel Glück. Er sagt mir, er habe schon viele Spiele gewonnen. Ob er dieses Mal das Spiel gewinnt, ist eine Entscheidung innerhalb von 90 Minuten, wie beim Fußball. Ich muß lachen. Der Vergleich ist echt gut. :-)
16. Juni 2005: Es hat geklappt: Ich arbeite für "Grunt Labour Services", also für Trish im Büro, als jemand, der die jobsuchenden Leute empfängt und betreut. Vor allen Dingen Deutsche soll ich betreuen. Ich freue mich über die Arbeit, allerdings machen sich auch einige Sorgen breit. Erst einmal habe ich mich in eine Frau verliebt, die ich hier nicht näher erwähnen möchte, die allerdings im Moment auch in Australien ist. Jedoch bin ich völlig woanders als sie. Außerdem muß ich mir Gedanken machen, wo es mich hinziehen wird, wenn ich Katherine wieder verlasse. Soll das Leben in Australien nach Darwin tatsächlich zu Ende sein? Ich denke schon. Ich werde wohl mein Motorrad in Darwin verkaufen und dann weitermachen nach West- oder Ost-Timor, je nachdem wie ich Flug- oder Schiffsverbindungen von Darwin nach Indonesien beziehungsweise Ost-Timor finde.
17. Juni 2005: Das läuft irgendwie schleppend mit meiner Arbeit bei "Grunt Labour Services". Trish hätte lieber, wenn ich zugänglicher wäre gegenüber den Jobsuchenden. Wahrscheinlich bin ich zu technikverliebt.
18. Juni 2005: Wochenende: Heute bleibe ich auf dem Campingplatz "Springvale Homestead".
Eine Echse vor meinem Zelt:
Wallabies vor meinem Zelt:
19. Juni 2005: Heute unternehme ich einen Ausflug zu einem nahegelegenen Flughafen, der meines Erachtens zu militärischen Zwecken genutzt wird. Ich sehe mir die Reiseverbindungen von Katherine Airport an, da ich interessiert bin, nach Indonesien oder Ost-Timor weiterzureisen.
20. Juni 2005: Ich arbeite immer noch für Trish bei "Grunt Labour Services". Allerdings ist die Arbeit hier bald vorüber, da Trish zu mir sagt, dass im Moment die Auftragslage nicht so hoch ist und ich deshalb weitervermittelt werden würde. Sie wüßte da wahrscheinlich schon eine Einsatzmöglichkeit für mich. Doch was das ist, würde sie mir später verraten. In der Mittagspause begegne ich einem Backpacker-Bus. Die Leute haben es gut. Sie arbeiten zurzeit nicht so wie ich, denke ich mir:
Zum krönenden Abschluß knipse ich noch ein Bild von der Zugstrecke "The Ghan", welche hier Darwin mit Südaustralien verbindet und unweit vom Campingplatz "Springvale Homestead" vorbeiführt:
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