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Samstag, den 04. Juni 2005

Heute genieße ich meine Zeit in Winton. Als erstes setze ich mich mal in die hiesige Bibliothek. Hier kann man sehr nett surfen in den Bibliotheken. Ich kümmere mich ein wenig um die Aktualisierung der Homepage von "Thomas unterwegs in Australien", welches nun in der Reisekurzfassung nebst diesem Tagebuch verewigt ist. Das große Highlight ist ja, dass meine Mutter in 3 Wochen hier nach Australien kommt. Genauer gesagt, kommt sie nach Darwin geflogen. Dort möchte ich sie abholen und mit ihr durch das Northern Territory fahren mit einem Kleinbus von "Wicked Campers", wo man hinten drinnen schlafen und kochen kann. Dieser soll 59 Australische Dollar pro Tag kosten. Naja, was solls. Da meine Mutter 3 Wochen bleibt, übrigens das absolute Highlight meines Aufenthaltes hier in Australien, buche ich diesen Kleinbus auch für 3 Wochen an diesem Tag. Das geht ganz einfach telefonisch mit einer kostenlosen Telefonhotline.
Auch begegne ich einer Gedenkstätte von Waltzing Matilda oder dem Swagman, dem Mann mit dem Beutelstock, der für Arbeit in Australien reist und damit die Identität der Australier verköpert:

Der Swagman:

Die Gedenktafel über den Swagman, der irgendwas mit Waltzing Matilda zu tun hat. Was erfahren wir in den beiden Bildern nach diesem Bild:

Der Hintergrund von Waltzing Matilda beziehungsweise dem Swagman auf englisch und einmal im Hoch- und einmal im Querformat:

Ins deutsche übersetzt heißt das: Überschrift: Der lustige Mann mit dem Beutelstock

Der Schauspieler Daphne Mayo wurde 1959 von dem Landkreis Winton eingeladen, den Mann mit dem Beutelstock unter dem speziellen Baum hier zu mimen. Das Denkmal verewigt das Warten auf Waltzing Matilda und gebührt denjenigen Männern mit dem Beutelstock, welche ohne Identität im ganzen Land gestorben sind.
Der Swaggie oder der Mann mit dem Beutelstock ist eine integrale Identitätsfigur der australischen Geschichte. Es gab viele Swaggies, die ihr ganzes Hab und Gut auf dem Rücken durch das Land trugen. Das war zu Beginn des 20. Jahrhunderts und dauerte bis zum Ende der 1930er Jahre, als die weltweite Rezession aufhörte zu wüten. Die meiste Zeit waren sie allein, auf der Suche nach Arbeit. In der Regel waren diese Menschen sehr ehrlich und arbeitswillig. Meistens reichte ihnen eine warme Mahlzeit als Gegenleistung. Frauen als Swaggies waren eher selten. Die Motorisierung führte dann zum Ende der Waltzing Matilda oder Swagman-Zeit. [...] Es folgen einige uninteressante Details über das öffentliche Schwimmbad von Winton. [...]

Es gibt auch ein Musuem über die Geschichte des Swagman, habe aber nicht so viel Geld, lasse deshalb eine Besichtigung aus:

Jobs findet man in Winton nicht zu Genüge, obwohl für Jobsuchende an vielen Stellen Aushänge gemacht werden. Trotz Jobangebot in Form eines Aushangs erfahre ich an der etwas auswärts gelegenen Tankstelle, daß für einen Durchreisenden im Moment keine Arbeit wäre an der Tankstelle.

An der Tankstelle, ein australischer Mate am Tanken:

Truck mit 3 Anhängern (Trailer) wird mal wieder für mehrere hundert Dollar betankt:

Aber ich brauche halt bald mal wieder Geld! Seit Emerald, wo ich halt nicht so gut verdient habe, geht es finanziell wieder einmal kontinuirlich abwärts.
Aber ich lasse mir ja nicht die Stimmung vermiesen. Schließlich bin ich hier in einem meiner Meinung nach schönsten Flecken dieser Erde gelandet.
Ich lasse den Rest des Tages mal wieder ein wenig die Seele baumeln.

So treffe ich mal wieder auf schrottreife Autos und auf einen Supermarkt, wo es den Lieblingsbrotaufstrich der Australier gibt: Vegemite:

Das Gebäude des Bottleshops (zu deutsch Flaschengeschäft (dort wo es Alkohol gibt ist)) ist wie auch das Gebäude des ältesten Hotel des Ortes einige Jahrhunderte alt:

In einem Geschäft hier in Winton kaufe ich eine Klasse-Ansichtskarte, die einen absolut genialen Guiness-Buch-Rekord dokumentiert. Ein Truck hat 1995 auf dem hier jedes Jahr statt findenden Outback Festival auf dem hier durchgehenden Matilda Highway einen Guiness-Buch-Rekord mit 34 Anhängern auf 2 km Länge aufgestellt! Ich habe die Ansichtskarte mal eingescannt, damit ihr euch selbst ein Bild davon machen könnt. Absolut erstaunlich:

Nach dem Spaziergang im Ort mache ich was Siesta im Zelt. Doch was ist das? Vögel sitzen auf dem Baum, die man bei uns in Deutschland nur in der Zoohandlung zu kaufen bekommt. Die fliegen hier selbstverständlich frei rum:

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