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Dienstag, den 31. Mai 2005
Bevor es nun morgen endlich nach Westen weitergeht, mache ich heute einen Abstecher
ins nahegelegene Rubyvale.
Hier und vor allen Dingen im Umkreis von Rubyvale sind sehr viele Edelsteinsucher zugange, um nach Saphiren tief im Erdreich zu graben. Meist sind es ältere Menschen, die sich auf die Suche nach Edelsteinen begeben. Aber es gibt auch einen professionellen Edelsteinsucher, den ich auch selbst zu seiner Arbeit befrage.
Er teilt mir mit, dass das hier sein eigenes Grundstück sei und er hier ein etwa 80 Meter tiefes Loch gebohrt hat, dass in 80 Meter Tiefe in viele Gänge verzweigt. Dort sei seine Arbeit und sein Einkommen, sagt er. Er meint auch, dass es nur so, also professionell, Sinn mache, nach Edelsteinen zu suchen. Angebote an Touristen oder an Hobbybuddeler würden den Touristen beziehungsweise den Hobbybuddlern nicht viel einbringen.
Er bietet mir an, sein unterirdisches Reich mit ihm zu erkunden, aber ich bin zu ängstlich. Ich lehne dankend ab.
Einstieg in das 80 Meter tief gelegene Reich des professionellen Edelsteinsuchers.
Ich mache mir ein Bild von der umliegenden Buddlergegend, bevor ...
... ich mich in in das Areal begebe, das Touristen beziehungsweise Hobbybuddlern zur Verfügung steht. Allerdings braucht man hier eine Lizenz zum Buddeln. Diese wird temporär von der zuständigen Behörde von Queensland vergeben, so lange wie man vor hat, zu buddeln.
Es ist auf jeden Fall verboten, Schießgewehre im Falle des Schutzes oder im Falle der Verteidigung mitzubringen! Das muss hier wirklich extra erwähnt werden, da man hier im Zweifelsfalle nicht, anders als in Deutschland, seinem Hang zur Ordnungsliebe beziehungsweise seinem Hang zum Verstand, sondern seinem Hang zum Gefühl vertraut. Auch dürfen die Tunnel, die man gräbt, nicht tiefer als 2 Meter sein.
Die Buddler pfeifen auf das Schießgewehrverbot. Alles, was die wertvolle Arbeit der Menschen gefährdet, wird von diesen selbst bis auf das äußerste verteidigt. Ich glaube dennoch nicht, dass es zum Äußersten käme bei der Gefährdung des eigenen hier hervorgebrachten Eigentums. Die Schilder sind wahrscheinlich nur abschreckend. Sie übernehmen wahrscheinlich dieselbe Rolle wie die typischen Schilder der Hauseigentümer in Deutschland, auf denen oft zu lesen ist: Warnung vor dem Hunde!
Ich gehe mal rein und gucke mir das mal aus nächster Nähe an.
Hier ist der Zutritt zumindest verboten.
Ich treffe jedoch einen Rentner auf seinem Anwesen hier. Er sagt mir, es sei nicht viel, was er erwirtschafte, es reiche dennoch, seine Rente damit aufzubessern. Mir gefällt es bei ihm. Er hat ein Dach über dem Kopf, welches er sich selbst hier gebaut hat und lebt mehrere Monate hier im Jahr, um seiner Edelsteinsuchleidenschaft nachzugehen. Seine Frau lebe ebenfalls hier, wenn er hier sei, sagt er mir.
Ich erkunde noch einige weitere Baustellen im von der Behörde freigegebenen Hobbybuddlerareal.
Alles sieht sehr professionell aus.
Einige Leute wollen aber kein Dach über dem Kopf haben, wenn sie sich hier längere Zeit aufhalten, scheint mir. Naja, es ist ja auch angenehme 25 Grad warm, warum sollte man sich in ein Haus auf seinem Areal flüchten? Ein Toilettenhäusschen reicht doch vollkommen aus. :-)
Alles Kraut und Rüben hier irgendwie, aber wenn es was bringt, warum nicht?
Zum Ausgang bitte da lang!
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