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Sonntag, den 15. Mai 2005
Die Fahrt mit dem Motorrad führt mich heute weiter 170 Kilometer westwärts und 30 Kilometer nach Norden nach Emerald. Der Dawson Highway zeigt sich auf diesem letzten Teilstück von seiner schönsten Seite, bevor dieser in Emerald auf den Capricorn Highway mündet. Der Capricorn Highway schließlich verläuft bündig zum Wendekreis des Steinbocks. Der Wendekreis des Steinbocks ist der südlichste Breitenkreis, an dem die Mittagssonne gerade noch den Zenit erreicht, nämlich nur am 21. Dezember, dem Tag der Sommersonnenwende der Südhalbkugel. Mit einfachen Worten grenzt am Wendekreis des Steinbocks die von hier an südlich anzutreffende gemäßigte Zone an die von hier an nördlich anzutreffende tropische Zone der Südhalbkugel. Glücklich darüber, dass es aufgrund der Annäherung an die Tropen stetig wärmer wird, setze ich also meinen Weg vor allen Dingen nach Norden fort. In Richtung Bauhinia, welches auf dem Weg liegt, ist weites Grasland wunderschön anzutreffen.
Auf dem Weg nach Bauhinia, es ist sehr angenehm warm, treffe ich auf ein eher unerfreuliches vergangenes Ereignis: Ein Känguruh wurde tot gefahren, was in dieser Gegend und weiter westlich von hier keine Seltenheit ist. In diesem Falle gibt es spezialisierte Roomen, also Känguruhmänner, welche diese von der Straße aufkratzen, wenn sie diese auffinden, auf die Ladefläche des UTs legen, um sie dann gegebenenfalls der Fleischverarbeitung zuzuführen.
Arbeit für den Rooman und Eindrücke von Bauhinia:
(Bitte auf das Bild klicken!)
Die Tankstelle in Bauhinia.
Bauhinia ist ebenfalls ein australischer Landkreis:
Es geht jetzt weiter in Richtung Rolleston und Springsure. Leider schaffe ich es nicht, den Carnarvon Gorge im Carnarvon National Park zu besuchen. Das ganze liegt in der Gegenrichtung zu Emerald von Rolleston aus. Carnarvon Gorge ist nicht gleich Grand Canyon in Arizona in USA, aber geht so in die Richtung. Man kann wohl auch irgendwo 600 Meter in die Tiefe gucken, aber das ganze ist ohne Gewähr. Ich war ja nicht da. Der Bauhinia-Landkreis ist auch so ganz schön.
Weiter geht es durch Bauhinia in Richtung einer wunderbaren Gebirgskette bei Springsure, welche dem Minerva Hills National Park angehört.
Mittendrin in der Gebirgskette von Springsure.
Ein kleiner Informationsstand klärt die Besucher über die Flora und Fauna des Minerva Hills National Parks auf.
Good Bye, Springsure!
Wir nähern uns nun Emerald und seinen derzeitigen Problemen. Der ganze Bestand an Mandarinenbäumen in diesem Gebiet muss wegen einer Virenseuche namens Canker vernichtet werden. Die Mandarinenproduzenten sind aufgebracht und drohen mit Selbstjustiz. Für mich und für andere Besucher des Gebietes um Emerald bedeutet dies, nur unter der Voraussetzung der absoluten Zitrusfrüchtefreiheit weiterfahren zu dürfen.
So, jetzt kommt nur noch Fernlees und Gindie, zwei kleinere Dörfer, und dann haben wir Emerald erreicht.
Die Gegend um Fernlees und Gindie:
(Bitte auf das Bild klicken!)
Heute abend und die nächsten Tage bleibe ich auf dem Campingplatz am Fairbairn Dam etwas außerhalb von Emerald. Dann gucke ich auch noch mal nach Arbeit im schönen Emerald; ein bißchen die Reisekasse aufbessern. Die nächsten Tage treibe ich mich also am Fairbairn Dam und in Emerald herum, bevor es dann weiter nach Westen und damit wirklich weiter ins Outback Australiens geht! Noch ahne ich aber nichts von dem wirklichen Leben im Outback.
Das Straßenschild am Dawson Highway, welches Besuchern den Weg zum Fairbairn Dam weist.
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