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Montag, 04. April bis Donnerstag, 07. April 2005
Am Montagmorgen bin ich etwas ratlos, was ich als nächstes tun soll. Pat sitzt mir im Nacken. Er möchte das Motorrad zurück haben, da das Gesetz besage, dass das Motorrad vor dem Verkauf Roadworthy sein müsse. Ich habe eher das Gefühl, dass Pat den Verkauf bereut. Aber ich bestehe auf den Kaufvertrag und so muss ich nun zusehen, dass ich die Maschine zugelassen bekomme, so dass ich Toowoomba verlassen kann. Die Zulassung ist die nächste Hürde. Ich bringe die Maschine morgen zu einem Mechaniker. Pat ist verplichtet, für die Kosten des Roadworthy aufzukommen. Ich bezahle den Rest, falls irgendwelche Schäden sichtbar werden sollten, die unbedingt behoben werden müssen. In der Beziehung ist auf die hiesigen Mechaniker echt Verlass. Sie machen alles sehr fachmännisch und nutzen Unkenntnisse der Kunden nicht aus!
Am Abend bin ich noch bei einer netten alten Dame eingeladen. Diese Frau habe ich in der Kirche, der "Anglican Church", kennengelernt. Sie bat mich, sie und ihren Enkel zum Abendessen zu besuchen, bevor ich Toowoomba wieder verlasse. Also fahre ich mein halbwegs fahrtüchtiges Motorrad zu einem Viertel etwas außerhalb von Toowoomba und mache mir ein Bild von der abendlichen Gegend hier:
Der Abend verläuft sehr eindrucksvoll für mich. Diese Gastfreundlichkeit ist ungeblaublich und auch unglaublich wohltuend. Wir essen gemeinsam. Ich erzähle von meinem Leben in Deutschland und von meinem Leben als Rucksackreisender. Sowohl der Enkel, der etwa in meinem Alter sein dürfte, als auch die etwas ältere Dame zeigen sich beeindruckt!
Wir essen zusammen zu Abend. Der Enkel zeigt mir einige seiner Computerprogramme und ich verlasse schließlich gegen halb Elf abends wieder das zu hause der Beiden, um mich zurück zu meinem Quartier zu begeben.
Am Dienstag morgen bringe ich das Gefährt zum Mechaniker. Abends ist die Maschine bereits durchgecheckt; allerdings hat der Mechaniker zwei Lecks im Benzintank entdeckt. Diese sind wohl durch Befestigung des Tanks auf dem Gestänge entstanden. Dafür hat Pat oder jemand anders zwei Schrauben in den Tank gedreht. Sind diese draussen, läuft das Benzin in Strömen auf die Strasse. Der Mechaniker wird dieses Problem beheben, allerdings dauere dies noch etwas, da dies von einem Mann, der nicht in seiner Firma arbeitet, erledigt werden müsse.
Derweil vertreibe ich mir in Toowoomba die Zeit. Es ist Mittwoch abend und die Maschine ist endlich fertig! Jipppiiii! Beim Mechaniker angekommen lasse ich es mir nicht nehmen, einige Aufnahmen von ihm und dem Mechanikerkollegen, dem Tankreparierer zu machen:
Am nächsten Tag lasse ich das Motorrad zu in der
und dann kann es fast schon los gehen.
Vor meiner Abreise
halte ich noch in Form von Aufnahmen fest, wie freundlich die Leute hier sind:
Alsdann geht es am Donnerstag nachmittag gen Norden mit dem Motorrad. Ich fahre vorbei an traumhaften Landstrichen, bis ich in Yarraman lande. Es ist Abend geworden und ich quartiere mich etwas außerhalb von Yarraman auf einem Campingplatz ein. Hier sind kaum Zelte. Einige Wohnwagen mit älteren Leuten stehen hier. Die jungen Leute haben zurzeit überwiegend in Gemüse- oder Obstanbaugebieten ihr Quartier. Mir tut die Ruhe nach der sehr rauen Zeit in Thulimbah sehr gut. Ich sehne mich schon jetzt nach Meer. Doch es wird anders kommen. Am nächsten Tag werde ich in Murgon landen. Von dort aus wird es weiter gehen nach Gayndah. Dort wird es jede Menge Zitrusfrüchte zu pflücken geben. Die Atmosphäre ist dort auch sehr rau, da es in erster Linie nicht auf Menschlichkeit ankommt, sondern auf die Gabe, wirklich sehr viele gute Früchte innerhalb kürzester Zeit zu pflücken.
Es ist Abend geworden in Yarraman und es fängt an zu regnen. Ich gehe jetzt schlafen. Gute Nacht!
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