In diesen Tagen gondele ich viel in der Gegend, zum einen, weil es mir sehr gut gefällt hier, zum anderen bin ich ja gewillt, neue Arbeit zu finden. Heute, am Montag jedoch, ist noch Arbeit bei Ivan angesagt. Für Paul und mich ist es eine Überraschung, als Ivan am Abend sagt, dass er uns nicht mehr gebrauchen könne. Paul ist total angepisst. Beide haben wir denselben Gedanken: Ab in den nächsten Getränkeladen und mit ein oder zwei Paletten Bier eindecken.
Das wird ein feuchter Abend an diesem Montag. Matthias, ein etwas jüngerer Reiselustiger aus Hagen in Deutschland macht ebenfalls mit. Direkt am Eingang der Küche geht es dann ab. Paul wird sich am Mittwoch einem anderen Farmer anvertrauen. Ich werde derweilen noch weiter Arbeit suchen. Auf der Suche gelingen mir einige schöne Aufnahmen von der Gegend.
Ein Bild von Matthias:
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Am Dienstag wird es dann spannend. Ein Mann sucht den Campingplatz auf, um Arbeiter zu finden. Ich fahre mit, bin aber von der Unordnung des Mannes und seinen rauen Umgangsformen nicht angetan. Er bringt uns auf sein Anwesen. Nach einer kurzen Auseinandersetzung mit ihm trete ich zu Fuß den Rückweg an. Am Mittag werde ich jedoch fündig. Gerade über die Strasse ist eine Gemüsefarm. Die Betreiber dieser Farm sind unheimlich nett.Dort werde ich nicht so lange am Tag arbeiten müssen, aber früh aufstehen ist angesagt. Morgens um halb sechs geht es bereits los, um den Salat frisch verpacken zu können. Wenn der Salat irgendwann tagsüber gepflückt werden würde, dann wäre dieser sehr trocken und irgendwann auf dem Transportweg zum Verbraucher würde dieser vergammeln. Na gut, 2 bis 3 Wochen früh aufstehen, das überstehe ich auch noch. Das Pflücken der Salate ist sehr witzig. 3 Leute schneiden bückend den Salat und legen diesen auf ein Fließband. Das Fließband ist mit einem Anhänger verbunden. Der Anhänger wird von einem Traktor gezogen. Auf dem Traktor sitzt für gewöhnlich die Mutter von dem Farmer. Sie ist bestimmt über 70. Der Anhänger hat auch ein Radio. Der Farmer stellt die Musik auf volle Pulle, um alle ein wenig anzutreiben. Das klappt alles wunderbar hier. Mir gefällt es hier irgendwie besser als bei Ivan, weil es hier viel lockerer zugeht. Das Bücken stört mich auch nicht wirklich. Jeder, der was zu sagen hat oder einen Wunsch hat, brüllt es während der Arbeit einfach aus. Dem Wunsch wird dann in der Regel auch entsprochen.
Das Gemüse wird auf dem Wagen in Kartons gepackt und dann von Dario, dem Farmer, mit einem Traktor zu einem nahestehenden LKW gebracht. Der LKW bringt das Gemüse dann nach Brisbane zum Großhändler.
Witzig finde ich auch immer, dass der Hund der Semenzins ständig im Weg ist. Dario schimpft immer auf diesen "blöden Hund", wenn er mal wieder über die frische Saat tritt.
Noch eine Neuigkeit vom Campingplatz: Am Donnerstag stelle ich noch mein Zelt um.
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