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Sonntag, 23. Januar 2005

Das Resultat von der Geschichte in Childers ist mein rechter glänzender Zeigefinger, über den die ganze Zeit die Säure der Mangos lief.

Es geht nun endlich weiter. Ich bin froh, wieder unterwegs zu sein. Eigentlich ist es mir auch ganz recht beim ersten Arbeitgeber nicht so sehr in die Kandare genommen worden zu sein. Ich habe nun die Möglichkeit, mit den paar verdienten Dollars in der Tasche zum nächsten Ort zu gelangen. In Brisbane vor 1 bis 2 Wochen bin ich auf einen Ort namens Stanthorpe aufmerksam geworden. Dort im Umkreis beginnt in wenigen Tagen die Erntesaison. Für mich kommt das wie gerufen. Mein Weg wird also erst einmal der sein, zurück nach Brisbane zu gelangen, um von dort weiterzureisen nach Stanthorpe.

Ich gehe zum Ortsausgang von Childers vorbei an einem Campingplatz direkt an der Strasse. Dieser sieht sehr gemütlich aus. Die machen sich wahrscheinlich nicht so einen Streß mit der Vermittlung von Arbeitskräften an Farmer. Naja, dadurch haben sie dann ja auch weniger "Bugs" in der Tasche.

Es ist sehr ruhig an diesem Morgen. Es ist gerade mal 8.00 Uhr.

Am Ortsausgang angekommen sehe ich das Entfernungsschild, dass 400 km nach Brisbane anzeigt. Außerdem sichte ich einen Truck. Ich staune nicht schlecht über die Ausmaße dieses Vehikels. Einige Meter vom Truck entfernt lege ich eine kurze Rast ein. Plötzlich sehe ich einen Mann aus einem Motel herauskommen. Er geht zielstrebig auf den Truck zu. Ich zögere nicht und frage ihn, ob er mich ein Stück mitnehmen könne. Na klar, entgegnet er mir. Wir verstauen den Rucksack irgendwo und dann kann es wenig später auch schon los gehen. Die Richtung stimmt auf jeden Fall, und das Fahrgefühl auch. Es ist ein tolles Gefühl, soweit oben über der Strasse zu sein. Man kann soviel überblicken. Die Armatur des Trucks ist schön designt. Alles ist sehr sauber. Ich merke, dieses Vehikel ist diesem Mann sein Ein und Alles.

Außerdem ist dieser Mann sehr offen. Er verwickelt mich in ein Gespräch. Er erzählt viel von sich. . Dass er selbständig sei, und dass diese Selbständigkeit einiges an Geld gekostet hat, erfahre ich von ihm.

Wir halten an einer Tankstelle. Hier tankt er 1000 Liter Diesel, was ich unglaublich viel finde. Er sagt, das reiche ungefähr 2000 km, was für australische Verhältnisse keine große Distanz darstellt.

In Maroochydore am Pazifik endet die Fahrt.

Hier einige Impressionen von dieser tollen Fahrt:


 


 


 

In Maroochydore gehe ich weiter in Richtung Zentrum. Ein nettes Ehepaar in einem Geländewagen wird auf mich aufmerksam und nimmt mich in die Innenstadt mit. Hier ist es mir erst mal wichtig, irgendwie ans Meer zu kommen, weil ich das Meer um Australien noch nicht gesehen habe. Es ist eine raue See. Man sieht einige Surfer weit draußen. Ein Campingplatz ist direkt am Strand, aber die Übernachtungsgebühren sind sehr hoch. Runterhandeln ist zwecklos. So verbringe ich den Rest des Tages die Seele baumelnd im Sand liegend und lasse die Strandatmosphäre auf mich einwirken.


 


 


 


 

Irgendwie ist es sehr angenehm. Als der Nachmittag schließlich voranschreitet, entschließe ich mich, eine Übernachtungsstelle für mich und mein Zelt aufzusuchen. Ich stelle fest, dass es besser ist, das spät am Abend zu tun. Es ist erst einmal nicht möglich auf dem Strand zu zelten, das wird mit einer hohen Geldbuße geahndet. An den Strand schließen sich große Hotelanlagen an. Dort ist es auch nicht möglich zu zelten. Über Umwege gelange ich in eine einsame Strasse. Direkt dort ist ein kleiner Hof, wo ich dann nicht unmittelbar einsehbar von der Strasse mein Zelt aufstelle. Gegen 0.00 Uhr wache ich auf und werde aufmerksam auf ein Ableuchten des Hofes mit einigen Taschenlampen. Es ist ein Polizist. Er fragt mich, wer ich sei und was ich dort mache. Ich gebe ihm freundlich Auskunft. Er gestattet mir, die Nacht auf diesem Hof zu verbringen. Gerettet!!

 

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