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Samstag, 29. Januar 2005 - Sonntag, 06. Februar 2005
Die Arbeit kann beginnen. Ich finde eine Mitfahrgelegenheit durch Paul, der ebenfalls sein Zelt aufgeschlagen hat auf Autumns Campingplatz. Er hat einen Hund namens Baby. Sie ist immer dabei, es sein denn, er ist pflücken, dann läßt er sie im oder am Auto warten mit einem Napf voll Wasser. Baby ist hoch intelligent. Sie versteht jedes Wort, das Paul zu ihr sagt. Wenn er ihr nach der Arbeit sagt, dass sie nun bald ein paar leckere Knochen bekäme, leckt sie ihm das ganze Gesicht ab. Ich wäre als Hundehalter von so etwas nicht begeistert. Aber Paul scheint es unendlich zu genießen, wenn Baby ihre Begeisterung auf diese Weise ausdrückt.
Andy ist ebenfalls Fahrgast von Paul, wenn es zur Arbeit von Ivan Brisotto geht. Zusammen geht es früh am Morgen den breiten Highway bis Applethorpe. Wenn wir ankommen, stehen Ivan, seine beiden Söhne, seine Frau und Phil, ein Arbeiter von Ivan, schon bereit. Wir kriegen jeder ne Schürze um, wo die Äpfel reinkommen. Die Pflückerei geht dann von morgens bis nachmittags. Leiter rauf mit der leeren Schürze, Leiter runter mit der vollen Schürze, dann Ausschütten in den Traktorhänger und weiter, bis der Apfelbaum nur noch unreife Früchte hat. Phil ist ein schneller Pflücker. Ich bin sein Gegenüber. Wir bearbeiten jeden Apfelbaum zu zweit. Zwischendurch ruft er: "What's that?" Bei den Gesprächen zwischen den Bäumen versteht er nie so viel, weil er so emsig am Pflücken ist.
Es macht sehr viel Spaß mit diesen Leuten zu arbeiten. Ivan ist Italiener, der seit den 50 er Jahren hier lebt und sich alles nach und nach bis zu einer schätzungsweise 1 x 1 km großen Plantage aufgebaut hat. Er hat nur Apfelbäume, sonst nichts.
Gegen 9.30 Uhr ist "Smoko", eine kurze Frühstückspause. Wenn 12 Uhr ist, gehen einige in die Lagerhalle und andere Leute fahren nach Stanthorpe zum Supermarkt, um sich dort mit frischen Lebensmitteln einzudecken. Es ist aber wesentlich angenehmer, hier in der Lagerhalle zu verweilen. Man spürt die Arbeit sehr. Da freut man sich auf ein paar Minuten Bewegungslosigkeit.
Danach wird der Wasserkanister voll gemacht und es geht in die heiße Mittagssonne. Zum Glück gibt es gegen 15.00 Uhr nochmals ne viertel Stunde Pause.
Abends ist man wie erschossen. Man wird ja nach Stunde bezahlt. Das heißt dann auch, dass der Chef das Tempo vorgibt. Zwischendurch meckert Ivan immer, um uns anzutreiben. Er meint, er blase das ganze ab, wenn das nicht schneller wird mit dem Pflücken. Es wird schneller und Ivan ist zufrieden. Die Leute sind auch zufrieden, nur halt wie gesagt, total erschossen abends. Da bleibt einem nur zum Supermarkt fahren, sich mit frischen Lebensmitteln eindecken, was in der Gemeinschaftsküche kochen, ein paar Bier mit den Leuten trinken und dann gegen 22 Uhr schlafen gehen. Morgens gegen 7.00 Uhr geht es ja wieder weiter.
Andy ist morgens immer der letzte, der zusteigt. Paul sagt, die Arbeitsmoral von Andy könnte besser sein. Aber Andy ist halt auch nicht der typisch verbissene Typ.
Samstags gibt's den Scheck, der wird direkt in einem Getränkemarkt, genannt "bottle shop", gegen Trinkbares eingetauscht. Samstag abends lassen es die Leute dann ordentlich krachen. Sonntag abends gibt es ein von Autumn organisiertes Cricketspiel. Pete (der Bärtige mit dem Glas Bier) und Andy sind auch von der Partie. Susi und Lisa feuern kräftig an.
Das Cricket-Spiel:
(Bitte auf das Bild klicken!)
Diese Woche ist eine verdammt schöne Woche auf dem Campingplatz und in der Umgebung hier.
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