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Dienstag, 07. Dezember 2004

Ich suche in aller Herrgottsfrühe die indonesische Botschaft auf hier in Johor Bahru. Sie öffnet gegen halb neun. Es strömen 10 oder 20 Leute rein und tummeln sich am Schalter herum. Hier ist derjenige zuerst am Drücker, der sich jederzeit direkt vor den Beamten hinter dem Schalter drängelt. Als ich dann dran bin, sagt der Beamte zu mir, bei der Einreise mit dem Schiff von Singapur nach Sumatra gäbe es Schwierigkeiten, da ich beim dortigen Passieren der Passkontrolle kein Einreisevisum erhalten werde. Andererseits könne das Visum für Indonesien, wenn es hier beantragt werden würde, dauern.
Also geht die Entscheidung der Weiterreise in Richtung Flug nach Bali und dann Weiterflug von Bali nach Australien, da die Problematik mit dem indonesischen Visum einfach meine Möglichkeiten hier übersteigt.
Ich mache einen Zwischenstopp in einem kleinen Restaurant. Ich lerne einen Mann kennen, dessen Frau Entertainerin ist und zugleich das Lokal betreibt. Wir kommen so ins Gespräch. Mir brennt auf den Nägeln zu erfahren, wie es in Indonesien zugeht. Irgendwie scheint es dort rauer zuzugehen als in den Ländern, in denen ich bisher war. Das meinte ja auch Willi, den ich in Ban Krud in Thailand kennen lernte.
Der Mann, dem ich nun von Angesicht zu Angesicht sitze, bestätigt mir dies. Er meint ebenfalls, dass Malaysier friedvoller sind als Indonesier. Die hauen sich allein wegen der vielen religiösen Glaubensunterschiede von Insel zu Insel, von Strasse zu Strasse, von Nachbar zu Nachbar ständig die Köpfe ein. Vor allen Dingen auf touristisch nicht so erschlossenen Inseln sei das ein Problem.
Wir unterhalten uns noch über andere Dinge und trennen uns später sehr herzlich.

In einem Büro der "Garuda Indonesia"-Fluggesellschaft in Johor Bahru mache ich dann einen außerordentlich günstigen Flug nach Australien über Indonesien ausfindig. Dieser geht allerdings nicht von Johor Bahru, sondern von Singapur. Aber das ist ja gleich um die Ecke. So richtig befriedigt bin ich mit dem Flug jedoch nicht. So richtig über See und Land machen, das entspricht meiner Vorstellung. Aber die Ungewissheit über das See-und-Land-Reisen nach und in Indonesien ist nicht überschaubar, das ist ein untrügliches Gefühl in mir.
Ich lasse mir den Preis für den Flug geben, der vermutlich hier in Johor Bahru teurer ist als in Singapur. Also lasse ich das erst einmal sacken. Ich telefoniere heute auch das erste Mal nach Hause. Im Shop des Herstellers meiner gestern erstandenen Telefonkarte ist das Telefonieren mit der Telefonkarte günstiger. So kommt es dann, dass ich irgendwo in einem Einkaufskomplex in Johor Bahru an einem Telefon hänge und versuche das glückliche Gegenüber aus Deutschland zu verstehen. Drum herum ist es wahnsinnig laut. Ich spreche etwas lauter, damit man zumindest mich versteht.

 

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