<< >>

Donnerstag, 23. Dezember 2004

Am heutigen Tag ziehe ich los vom Quartier in Ampenan zur Bemostation in Ampenan. Dort frage ich, wie weit ein Bemo von hier aus die Westküste entlang in Richtung Norden fährt. Der Fahrer sagt mir, die Bemos hier fahren bis Senggigi. Das ist OK für mich und ich steige zu.

In Senggigi angekommen, versuche ich eine Mifahrgelegenheit weiter nach Senaru zu bekommen. Das ist von hier aus nicht möglich, sagt man mir. Jedoch könnte ich hier bei ihm eine geführte Tour auf den Gunung Rinjani buchen für 200 Euro. Ich lehne ab und gehe weiter. Senggigi ist ein schönes Dörfchen direkt am Meer mit Übernachtungsmöglichkeiten für Urlauber, aber wenn Regenzeit ist, ist Senggigi wie ausgestorben. Verkäufer stehen auf der Straße und sprechen jeden Fremden an, den sie sehen, um sie von ihren Produkten zu überzeugen.

Am Ortsausgang von Senggiggi erwische ich ein Bemo in Richtung Bangsal. Irgendwo zwischen Senggigi und Permenang, einem Dorf vor Bangsal, lässt der gute Mann mich raus. Ich frage ihn, ob er nicht in das nächstgelegene Dorf fahren würde. Nein, entgegnet mir der Fahrer. Das sei nicht in seiner Route.

Also steige ich aus und gehe ein gutes Stück zu Fuß weiter. Es ist ein Traum hier. Einsame Strände, von weitem erkenne ich die Gili-Inseln, die vor Lombok liegen und mit Traumstränden für Urlauber locken. Hier sieht man auch das ursprüngliche Leben der Leute, die von der Viehzucht leben und verteilt im Wald am Meer in Holzhütten leben.

Nach ein paar Kilometern Fußmarsch halte ich inne. Das Gepäck schlaucht mich sehr. Also lege ich mich unter eine Palme und genieße die Stille und die herrliche Umgebung.

Da nähert sich von weitem ein Moped. Der Fahrer hält an und fragt mich mit seinen spärlichen Brocken Englisch, ob er mich mitnehmen könne. Ich zögere, da ich den Weg bis hierhin sehr genossen habe. Außerdem glaube ich, dass der Weg nach Permenang nicht mehr so weit sein kann.
Aber dass ich mich da irre, das wird mir klar, als wir dann später in Permenang eintrudele.
Zum Glück entschließe ich mich deshalb, hinten auf sein Moped aufzusteigen. Den kleinen Rucksack halte ich in der Hand, den großen Rucksack habe ich auf dem Rücken. Nach etwa 10 km erreichen wir Permenang. Mittendrin mache ich noch ein Foto von uns.

Aber ich merke schon, dass der Fahrer weiter möchte. Auf jeden Fall war er mir eine große Hilfe.

Entlang der Küste nach Permenang:

(Bitte auf das Bild klicken!)


Bitte zur Diaschauansicht Javascript aktivieren!

 

In Permenang gönne ich mir eine Suppe in einem kleinen Straßenrestaurant. Der junge Mann von dem kleinen Restaurant fragt mich über mein nächstes Reiseziel. Ich sage ihm, dass ich nach Senaru wolle.

Ich erzähle ihm auch von üblen Schmerzen auf meinem linken Ohr. Er weiß Rat und zeigt mir eine Arztpraxis schräg gegenüber. Dort solle ich anklopfen. Als ich die Suppe fertig habe, tue ich genau das. Es ist aber niemand drin. Der Mann vom Straßenimbiß holt die Ärztin in einem Nachbarhaus. Sie kommt raus und fragt mich, was ich habe. Ich sage, dass ich schwere Ohrenschmerzen auf dem linken Ohr hätte. Sie schließt ihre Praxis auf und untersucht mein linkes Ohr. Sie stellt eine Entzündung fest und gibt mir Ohrentropfen mit. Ich bezahle und gehe zurück zur Straße.

Hier spricht mich ein anderer Mann an und fragt mich nach meinem Ziel. Ich sage ihm, ich wolle nach Senaru. Darauf hin empfiehlt er mir seinen Freund, der kurz vor der Fahrt mit einem bemoartigen Geschoß nach Senaru steht. Ich entschließe mich zu der Fahrt mit dem Freund, da das für mich ein entspanntes Weiterkommen bedeutet.

Es gibt so viel zu sehen während der Fahrt, da die Straße durch kleine Dörfer mit landwirtschaftlicher Prägung führt. Außerdem fahren wir an kilometerlangen Reisfeldern vorbei. Die Menschen stehen im Wasser und ernten den Reis. Für sie ist wahrscheinlich jetzt Hochsaison, da es hier unaufhörlich am Regnen ist bei mindestens 30 Grad.

Später lassen wir die Dörfer und die Reisfelder hinter uns und sehen nur noch Küste, bis wir ganz im Norden der Insel sind. Wir biegen in Richtung Osten ab und nach 20 km fahren wir südlich weiter nach Senaru. Es geht steil bergauf. Als wir Senaru erreichen, ist alles geschlossen und es regnet in Strömen. Hier hat gerade ein heftiges Gewitter eingesetzt. Ich bitte den Mann, mich an einem Hotel rauszulassen, das geöffnet ist. Irgendwo entdecken wir daraufhin Licht im Park eines Hotels. Ich bitte ihn anzuhalten und mir mein Gepäck auszuhändigen. Ich bezahle ihn und gehe in das Hotel. In einer kleinen Holzhütte außerhalb des Hotels sitzen 2 junge Männer, die anscheinend nichts zu tun haben. Ich frage sie, ob sie mir ein Zimmer geben könnten für die Nacht. Sie sagen, das sei kein Problem. Ich müßte nur auf den dritten Mann warten, der für Hotelgäste verantwortlich sei.

Ich bin jedenfalls wieder froh, irgendwo angekommen zu sein. Mich fasziniert der Garten vom Hotel. Der ist so üppig grün und wild bewachsen, so dass ich eine Vorahnung bekomme, in welcher Verfassung die Natur hier ist. Sowie heute und morgen erlebe ich unberührte Natur. Die Menschen hier lassen die Natur ein Stück weit unberührt, und das finde ich gut.

Wenig später bekomme ich mein Zimmer zugewiesen. Ich entledige mich meiner Sachen, zünde eine Räucherspirale zur Abwehr von Mücken an und packe einige Sachen aus.

Hier ist wirklich kein Mensch weit und breit außer den paar Männern, die auf das Anwesen hier aufpassen. Als es aufhört zu regnen, setze ich mich auf die Terrasse und ruhe mich aus.

Ein Mann kommt wenig später und fragt mich, ob er mir was mitbringen kann, da er zu einem Geschäft außerhalb von Senaru fahre. Ich nenne ihm einige Dinge und gebe ihm was Geld. Als er nach einer halben Stunde wieder kommt und mir die Sachen bringt, frage ich ihn, ob ein Aufstieg auf den Gunung Rinjani lohne. Er sage, das gehe auf jeden Fall. Nur müsse ich den Aufstieg alleine machen, da im Moment keine Saison für den Aufstieg auf den Gunung Rinjani sei und deshalb keine geführten Touren auf den Gunung Rinjani angeboten würden.

Seine Auskunft enttäuscht mich. Ich mache mir jetzt so langsam klar, wie das ist, alleine auf einen solchen Berg zu steigen. Da meine Einstellung es ist, es auszuprobieren, soweit es geht, entschließe ich mich, es einfach zu versuchen, morgen oder übermorgen, je nachdem.

 

 

  << >>