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Dienstag, 14. Dezember 2004
Heute bin ich am Strand von Lovina. Ich bin der einzige hier. Vielleicht sind unweit auch noch ein paar Delphine am schwimmen. Ich kann sie aber nicht sehen. Da hinten ist ein Boot. Wahrscheinlich halten sie Ausschau nach Delphinen. Ich treffe eine Frau, die sehr traurig ist über die Ereignisse von Kuta im Oktober 2002.
Der nächste Mensch, auf den ich stoße, ist ein 86-jähriger Balinese, der sich mit mir in fast perfektem Deutsch unterhält. Gebürtig ist der Mann auf Sulawesi, zwei Inseln östlich von Bali.
Er sagt, er habe deutsch am Strand durch Urlauber gelernt. Außerdem sei er Christ, was ihn von der Mehrheit der hinduistisch gläubigen Balinesen unterscheidet. Seit langer Zeit streitet er sich bereits mit seinem muslimischen Nachbarn, da dieser andere Tagesgewohnheiten pflege als er.
Am Strand von Lovina:
Wenig später schnappe ich mir ein Bemo von Lovina nach Seririt, ein Dorf weiter in Richtung Westen. Seririt ist sehr ursprünglich, keine Touristen. Ich halte mich einige Zeit an einem eher einfachen Straßenmarkt auf.
Hier ist es nicht ungewöhnlich, die enthäuteten Hühner zum Verkauf einfach auf der Theke auszulegen.
In Seririt:
(Bitte auf das Bild klicken!)
Ich gehe zum zentralen Platz des kleinen Dorfes zu einem Straßencafe, da ich Lust auf einen Kaffee habe. Mich spricht ein umherstehender Mopedfahrer an und fragt mich, ob er mich zu den Quellen von Banjar bringen dürfe.
Ich entgegne erst einmal scherzhaft, der Kaffee hier sei eigentlich heiß genug für mich.
Er läßt nicht locker. Schließlich macht er mir noch einen guten Preis und ich sage zu. Als wir oben sind, sehe ich einige Bäder, in denen Menschen umherlaufen oder schwimmen.
Ich steige ebenfalls rein und bin begeistert über diese Wohltat. Das Wasser hat ungefähr 30 Grad.
Im Anschluß an das zweistündige Bad mache ich noch einen tollen Abstecher zum "Prahma Vihara Arama", dem einzigen buddhistischen Tempel auf dieser Insel.
Ich mag die Ruhe und den Glauben der Buddhisten. Man hat einen ausgiebigen Blick auf das Meer von hier oben.
Der Tempel "Prahma Vihara Arama":
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Nach dem Tempelrundgang gehe ich zurück ins Tal, damit ich unten an der Hauptstraße hoffentlich noch ein Bemo nach Lovina erwische.
Der Weg zurück ins Tal ist gesäumt von vielen Menschen. Einige wohnen einer Zeremonie bei. Als ich einen frage, ob ich auch zur Zeremonie darf, sagt er, nur mit einer religiösen Schürze, die man auf Gürtelhöhe trägt und das Bein bekleidet. Ich solle morgen so wieder kommen, wie die Männer bekleidet sind, die dieser Zeremonie beiwohnen.
Überall ist Musik wegen der Zeremonien, die hier stattfinden.
Ein weiteres Mal halte ich inne. Eine Frau mit zwei kleinen Kindern gewinnt meine Aufmerksamkeit. Als ich versuche, mit ihr Kontakt aufzunehmen, kommt ein Mann auf mich zu und bittet mich, ihm und dem Tempel hier meine Aufmerksamkeit zu schenken.
Die Schönheit des Tempels, den er mir dann zeigt, haut mich schlichtweg um. Der Mann ist ebenfalls sehr stolz auf das, was er mir zeigt und sagt mir, dies sei ein heiliger Ort, der erhaltenswert sei.
Jetzt geht es ohne Unterbrechung zur Hauptstraße. Von dort aus kriege
ich zum Glück noch ein Bemo nach Lovina.
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Zum Abschluß des schönen Tages gibt es gewürzten Spieß an einem Straßenstand.
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