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Montag, 20. Dezember 2004

Heute morgen nehme ich die Fähre nach Lombok, genauer gesagt erst nach Lembar und dann nach Mataram, zur Hauptstadt der Insel.

Die Überfahrt ist sehr vielseitig. Wir starten bei strahlendem Sonnenschein. Das Wetter wechselt auf der Mitte des Weges auf stürmisch und Monsunregen. Die Leute geben sich wie immer sehr entspannt. Viele sitzen am Deck, dort wo es überdacht ist auf dem Boden und unterhalten sich. Es scheinen viele Muslime auf dem Schiff zu sein. Sie tragen diese Hüte, die hier nur Muslime tragen. Auf Lombok sind die Muslime dominierend.

An Deck ist auch ein kleiner Suppenstand. Ich hole mir eine scharfe Suppe, sehr köstlich, obgleich ich aufpassen muß, dass ich nichts verschütte, weil das Schiff mittlerweile einen solchen Seegang hat, dass man kaum gehen kann.

 

Auf dem Fährschiff nach Lombok:

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Bevor wir in Lembar anlegen komme ich mit einerm jungen Mann ins Gespräch, der hier am Hafen sein Motorrad stehen hat und der bereit ist, mich bis Mataram mitzunehmen. Ich bin sehr froh darüber, erspart mir das die Suche nach einer offiziellen Transportmöglichkeit von hier aus. "Transport"? "Transport" ist der richtige Ausdruck dafür, denn wenn man hier umherläuft, wird man unweigerlich mit der Frage: "Transport, Transport?" konfrontiert. Oft lehne ich ab, da es auch zu Fuß geht. Das ist halt so, wenn man fremd ist.

Es ist in Strömen am Regnen als wir in Mataram eintrudeln. Nach einiger Sucherei lande ich im Hotel "Melati Adiguna".

Das hat seinen eigenen Charme hier. Das Hotel ist ebenerdig. Die Zimmer umgeben einen Hof, wo die Leute sich aufhalten. Jedes Zimmer hat eine kleine Terrasse. Hier steht ein kleiner Tisch und ein Stuhl. Jeden Morgen wird hier das Frühstück hingestellt, wenn die Leute sehen, dass man wach ist. Die Terrasse geht direkt zum Hof. Das ist ein offene Atmosphäre hier. Viele Leute aus dem Inland verbringen hier ihre Zeit, weil sie entweder Verwandte besuchen oder temporär zur Arbeit auf der Insel sind. Touristen sind hier kaum zu finden.

Abends lerne ich noch Mataram bei Dunkelheit kennen. Ich kann nur sagen, es regnet höllisch. Auf Lombok merkt man im Gegensatz zu Bali, dass die Regenzeit den Äquatorbereich in der südlichen Hemisphere im Griff hat.

Ich "stelle mich unter" in einem Internetcafe. Da fällt mir ein, ich habe ja noch was zu tun. Ich arbeite also an der Fortsetzung der Reisekurzfassung, die ich seit kurzem im Internet veröffentliche. Hauptsache, man kann sich zu hause durch ein paar Bilder ein Bild machen von einer anderen Welt. Aber irgendwie läuft das hier nicht. Ich schreibe den Text in einige Textdateien, speichere diese am Computer und als ich sie mir nochmals betrachte, sind merkwürdige Buchstaben angefügt. Ich frage mich, was das wohl ist. Meine Vermutung ist, dass die Rechner hier bösartige Programme laufen haben und ich entschließe mich, die Dateien so zu speichern und mir die morgen in einem anderen Internetcafe zu ändern.

Mir reicht es für heute. Ich gehe zurück zu meinem Zimmer und wenig später schlafen.

 

 

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