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Mittwoch, 03. November 2004

Heute werde ich eine vortreffliche Bootstour unternehmen. Ich suche die Bootsanlegestelle auf dem Kok-River. Es ist unglaublich schwer, diese auf Anhieb zu finden, obwohl ich eine Karte habe und einige kundige Leute frage. Per Zufall treffe ich einen jungen Thai auf einem Mofa. Ich erzähle ihm, dass ich eine Bootsanlegestelle an einem Fluß suche. Zum Glück kann er Englisch.

Kurzerhand bietet er mir an, mich dorthin zu fahren. Ich zögere zuerst, da es eigentlich mein Ziel ist, auf eigene Faust diese Anlegestelle zu finden. Aber, wie so immer, die Faulheit siegt und so steige ich hinten drauf. Rasant geht es durch kleine Gassen, bis wir auf einer breiten Straße landen. Wir überqueren schließlich den Kok-Fluss.

Als wir irgendwo auf der anderen Uferseite anhalten, steht ein Boot bereit, das Touristen flußaufwärts fahren wird. Ich lasse eben den Mopedfahrer ein Foto machen, mich im Vordergrund, dahinter das Boot an der Anlegestelle. Geduldig warten die Leute, bis das Prozedere vorüber ist.

 

 

Dann besteige ich das Boot. Das ist ja ein Ding, John, der Australier ist ebenfalls im Boot mit einem alten Mountainbike. Er möchte, wie er mir erzählt, die Einsamkeit aufsuchen; für ein paar Tage einfach so mit dem Mountainbike in der Natur herumfahren, ohne auf viele Menschen stossen zu müssen. Davor ziehe ich den Hut. So viel Mumm habe ich irgendwie nicht. Mich zieht es tagsüber für ein paar Stunden in die Natur, OK, aber dann bin ich doch wieder in der Stadt zurück, bevor es dämmert.

John (links in der Mitte), ...

 

Johns Mountainbike ...

 

und ein Deutscher unter vielen Austaliern im Boot

 

Die Bootstour ist wirklich ein Erlebnis. So was von ursprünglich hier. Alles wahnsinnig grün, einige Gebilde aus altem Holz mache ich am Ufer aus. Wir sind ziemlich schnell. Das Boot ist schmall und sehr lang und wird hinten mit einem Propeller an einem Stab angetrieben und gesteuert.

 

Dasselbe Boot in Gegenrichtung

 

Mann am Ufer

 

Außer John sitzt noch ein australisches Pärchen im Boot. Zum ersten Mal interessiert es mich, über Australien mehr zu erfahren. Ich habe überhaupt keinen Plan von diesem Land. Dass es noch weiter südlich liegt als Thailand, das weiß ich immerhin. Aber irgendwie macht es mir im Moment den Eindruck, als wären die Menschen dort genauso wie wir Europäer. Das erste Mal in meinem Leben treffe ich bewußt auf Austalier und ich finde diese Begegnung sehr aufschlußreich. Dass südlich von Asien auch eine europäische Kultur zu sein scheint, ist mir nun etwas klarer geworden.

Mit dem Boot geht es zu einem kleinen Touristendorf. Als wir ankommen, werden wir herzlich von den Leuten empfangen, die dort ihr Geld verdienen. Es stehen viele Elefanten am Ufer und deren Halter warten auf Leute, die auf ihnen einen Ausritt wagen wollen.

 

 

John ist begeistert und packt einige Bananen aus, um die Elefanten zu füttern. Hier sehe ich ihn zum letzten Mal.

 

Da kommen auf einmal Werner und Kathrin auf einem Elefanten angeritten. Ich mache einige Fotos von ihnen, da sie es wünschen und verschwinde dann in Richtung Straße.

Auf dem Weg dorthin treffe ich noch auf ein paar Deutsche auf einem Elefanten

 

Dort warte ich auf eine Mitfahrgelegenheit. Es kommen mir einige Kinder entgegen, die mir ihre handgemachten Sachen verkaufen möchten. Ich entscheide mich für ein selbst gemachtes Portemonaie in rot für 20 Baht. Die Kinder sind außer sich vor Freude. Ich möchte jetzt aber in Ruhe gelassen werden und kehre den Kindern den Rücken zu.

10 m vor mir hält ein Pickup. Der Fahrer ist ein Franzose. Er und seine Frau erklären sich gerne bereit, mich mitzunehmenn nach Chiang Rai. Ich genieße die Fahrt hinten auf der Ladefläche. Ich denke über die Frau nach, die zu mir meinte, es ist schlimm, was die kleinen Kinder hier durchmachen müssen, die sind wirklich sehr, sehr arm, wie sie mir versichert.


Zurück in Chiang Rai kaufe ich mir den Rough Guide für Südostasien. Ich staune über die Komplexität des Bandes. So viele Informationen. Was man alles wissen kann, wenn man reist. Wow.

 

 

 

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