| << >> |
Samstag, 06. November 2004
Heute verlasse ich Mae Sai und fahre mit dem Lokalbus Richtung Chiang Rai zurück. Eigentlich habe ich vor durchzufahren bis Chiang Rai, aber während der Busfahrt lerne ich eine nette Frau aus Prag kennen. Sie heißt Katrin und erzählt mir, dass sie am gestrigen Tag mit dem Fahrrad von Mae Sai an den Bergen vorbei zu einer Höhle gefahren sei. Sie scheint ganz schön mutig und in Form zu sein. Sie hat einen Jungen- oder Männerhaarschnitt, also extrem kurze, dunkle Haare.
Sie beabsichtigt, mit einem Songthaew an einer Kreuzung hier von der
Nord-Süd-Straße aus abzufahren nach Mae Salong in den Bergen.
Dieses Dorf ist sehr weit hochgelegen und wird überwiegend von Chinesen
bewohnt.
Ich bin begeistert und frage sie, ob ich mich ihr anschließen könne.
Sie hat nichts dagegen. Also steigen wir auf halbem Wege zwischen Mae
Sai und Chiang Rai, in Ban Pha Sang, aus und warten auf einen Songthaew,
der uns nach Mae Salong bringen soll.
Der Songthaew kommt wenig später. Es steigt auch ein Franzose zu.
Er heißt Jean-Jaques. Er hat ebenfalls vor, nach Mae Salong zu fahren.
Er erzählt uns, er sei aus Grenoble und schon öfters in Thailand
gewesen. Das letzte Mal war es für ihn ein turbulentes Abschiednehmen,
bevor er wieder zurückflog. Er vergaß das Rückflugdatum.
Durch Zufall erfuhr er das einige Stunden vor Abflug, so dass er ganz
knapp den Flieger erreichte. Erstaunlich, wie manche Leute die Ruhe weg
haben!
Wir schlendern um die Kurven und erklimmen hohe Berge im Nordosten Thailands.
Es ist wunderbar hier oben. Als wir in Mae Salong sind, mieten wir uns
im Shin Sane Guest House ein. Ein Chinese leitet dieses Hotel. Das ganze
Dorf besteht aus Chinesen, die seit den 1960 er Jahren hier leben, da
sie vor Mao in China flüchteten. Die Chinesen bauen hier grünen Tee
an. Ureinwohner vom Akha-Stamm sind in Holzhütten in der Bergwelt
um Mae Salong angesiedelt.
Der Chinese vom Gästehaus ist sehr nett und serviert uns zur Entspannung erst einmal einen grünen Tee.

Das Zimmer ist sehr schön, klein aber fein für 50 Baht. Katrin, Jean-Jaques und ich entschließen uns eine Wanderung zu machen. Wir brechen bei sehr schönem Wetter auf.

Wir erklimmen einen Berg, der an Mae Salong heranreicht, vorbei an einem kleinen Hof,

sehen die Berge gegenüber, unten ist das Tal; ein fantastischer Ausblick.

Es ist ein Rundweg, wie sich später herausstellt. Er führt weit nach oben (auch auf Treppen) am Tempel "Wat Boromathat" vorbei. Dort kriegen wir von einem Thai einen starken Schnaps, ich glaube, es ist Reisschnaps, verabreicht. Der brennt gut durch.

Dann geht es weiter, die Strasse entlang.

Von links Jean-Jaques und Katrin

Von rechts Jean-Jaques und Katrin

Wir sehen zwei Jungen in Bäumen hängen. Sie sägen die Äste ab.


Wir hoffen, die Strasse führt zurück nach Mae Salong, da es langsam dämmert.
Wir werden auch nicht enttäuscht. Es geht ganz schön abwärts. Dann sind wir auch wieder zurück. Auf der Strasse auf dem Weg rein nach Mae Salong sitzen Familien und sortieren grünen Tee. Wir gucken zu und fragen, ob wir einen kleinen Sack abkaufen dürften. Sie schenken uns den. Das finde ich total uneigennützig, wenn man sich mal überlegt, dass sie selbst kaum etwas haben.
Im Ort zurück.

Wir leisten uns ein schönes Abendessen in einem Restaurant. Jean-Jaques
besorgt vorher einen leckeren Whiskey. Wir mischen den mit Cola und lachen
viel. Dass wir die Getränke mitbringen, wird ohne weiteres geduldet
dort. Naja, das Mahl, das wir bestellen, ist ja auch reichlich.
Im nachhinein bin ich von diesem Rundweg sehr beeindruckt. Ich schätze
mal, der geht auf dieser hügeligen Straße so um die 4 km um
Mae Salong herum. Mir kommen die Windungen der Strasse aufgrund des Kurvenreichtums
und des vielen Auf und Abs vor wie der Verlauf der chinesischen Mauer.
| << >> |