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Freitag, 12. November 2004

Die lange Zugfahrt gestern steckt mir immer noch in den Gliedern. Das merke ich, als ich erst um 10 Uhr aufwache. Die nachwirkende Faszination über diese Zugfahrt ist jedoch größer als mein Leid.

Nach kurzer Zeit bin ich fertig, um mich in Bangkoks Innenstadt zu begeben.

Boa, das ist heftig, sich an die Strassenverhältnisse hier zu gewöhnen. Bangkok, für die Thais die "Stadt der Engel", hat sich an die vielen Autos und an die vielen Touristen gewöhnt.

Ich stelle den Unterschied fest zwischen der Ruhe und der Ursprünglichkeit der Bewohner und Gegenden des Norden Thailands und dem hektischen Bangkok.

Das Geschäftemachen wird auf den Strassen groß geschrieben, aber ich kann kein Angebot annehmen, da ich immer daran denken muß, das alles mit mir herumschleppen zu müssen.

 

Aber nicht nur Verkäufer, sondern auch Buddha-Mönche trifft man hier vereinzelt.

 

Ich überquere den Riesenfluß, der sich durch Bangkok zieht. Ich stelle Vergleiche an zwischen den Einwohnern des Nordens Thailands und den Verkäufern hier in der Stadt. Letztere sind zwar auch freundlich gegenüber Touristen, aber letztlich nur des Geschäftes wegen.

Nach einem Monat auf Reisen und nachdem, was ich bis jetzt von Thailand kennenlernen durfte, finde ich mehr am Reisen als an dem, was Verkäufer in mir glauben zu erkennen.

Der "Mae Nam Chao Phraya" Fluß.

 

Als ich über der Brücke bin, erkundige ich mich, was eine Bootstour über den großen Fluss kosten soll. 600 Baht, also umgerechnet 15 Euro, das ist gemessen, was ich im Schnitt täglich ausgeben kann, zu viel.

Also stapfe ich weiter auf der anderen Uferseite von Bangkok, komme an kleineren Läden vorbei, überquere eine fast 1 km breite Straße, und lande in einer für mich total neuen Gegend. Dabei merke ich mir genau, woher ich gehe, damit ich mich in der Stadt, in der man sich so leicht verläuft, auch wieder zurückfinde.

In einer Verkaufshalle verweile ich. Hier findet sich so viel Krimskrams. Das ist erstaunlich. In Thailand ist das Geschäftemachen mit kleinen Dingen in der Plastikschale auf dem Holztisch Gold wert. Jeder Mensch wie Du und ich hat hier einen kleinen Stand. Ich finde jedoch kein Mitbringsel. Was ich wirklich noch machen will, ist das Überspielen meiner Bilder auf CD. In einem Riesenkaufhaus unweit von hier werde ich im 5. Stock irgendwo zwischen vielen kleinen Einzelhändlern, die alle IT-Artikel anbieten, fündig. In Windeseile kopiert mir ein studierter IT-Fachmann die Bilder auf CD und ich gehe erleichtert zurück ins Touristenviertel Bangkoks, wo das Überspielen der Bilder das Doppelte kostet.

Zurück im Touristenviertel wartet ein Tuk-Tukfahrer auf Kundschaft.

 

Der Tag bringt nichts mehr Besonderes, da ich mich nicht so sehr aus dem Fenster lehnen möchte in Bangkok. Mir geht hier einfach zu sehr die Post ab.

Ich plane die Weiterfahrt für morgen früh. Ich beabsichtige, richtig weit in den Süden Thailands zu fahren mit dem 3.-Klassezug. Laut Zugfahrplan ist der Endbahnhof für den 3.-Klassezug von Bangkok der Bahnhof in Lang Suan. Der geht von Thonbury Station in Bangkok, einem Bahnhof im Süden Bangkoks, von dem aus alle Züge in den Süden Thailands fahren.

Morgen früh geht es dann um 7.20 Uhr los (laut Fahrplan, auf den wirklich Verlaß ist hier in Thailand).

Ich gehe heute abend nicht allzu spät ins Bettchen und sage: "ra-tree-sa-was" (Gute Nacht)!


 

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