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Samstag, 20. November 2004
Von Lang Suan geht es heute früh nach Hat Yai, der größten Provinzstadt im Süden Thailands, und von dort aus mit dem Bus weiter nach Songkhla am thailändischen Golf gelegen.
Früh morgens verlasse ich also mein großartiges Quartier,

um in Richtung Bahnhof aufzubrechen. Ich bahne mir dabei einen Weg durch das Gewühl.

Eine junge Frau auf dem Moped ist so freundlich, mich auf dem Rücksitz ihres Mopeds mitzunehmen.
Ich warte eine halbe Stunde und dann fährt der Anschlußbummelzug ein. Dieser startet in Chumphon und fährt im langsamen Tempo mit etlichen Haltepunkten nach Hat Yai. Man ist dafür etwa 10 Stunden unterwegs. Deswegen ist es auch immer cool, wenn der Zug früh morgens losfährt, damit man abends nicht so spät irgendwo eintrudelt.
Was soll ich sagen. Es ist wieder einmal ein großartiges Erlebnis mit entspannten 50 Stundenkilometern mit vielen netten Leuten im Abteil auf ein neues Ziel zuzusteuern. Hier ein paar Eindrücke von der Fahrt:

Im Bahnhof von Surat Thani. Von hier aus fährt man mit "Transport" zu Ko Samui oder anderen Inseln.


Diese Variante des Einsteigens ist spannend, aber so üblich hier, wenn der Zug vor der Einfahrt in den Bahnhof auf einen entgegenkommenden Zug wartet, da nämlich zwischen den Bahnhöfen nur ein Gleis existiert.

Gegen 18 Uhr bin ich dann schließlich in Hat Yai.

Bahnhof von Hat Yai.

Hat Yai dürfte die drittgrößte Stadt Thailands sein. Dementsprechend ist hier was los. Deswegen versuche ich, so schnell wie möglich hier wegzukommen nach Songkhla.
Was ich jedoch spannend finde, ist der Anblick der Moslems. Ich habe noch nie vorher asiatische Moslems gesehen. Ich kannte bisher nur Moslems aus Nordafrika oder aus dem Mittleren Osten. Fernöstliche Moslems sind aber in ihrer Art und in ihrem Aussehen völlig anders. Eigentlich sind sie genauso wie die buddhistischen Thais, allerdings folgen sie strengeren Regeln und das wirkt sich auch auf den Alltag hier aus. Dieser ist insgesamt strenger geregelt als weiter im Norden, von woher ich ja komme. Klar, dass die Frauen moslemischen Glaubens verschleiert sind, die des buddhistischen Glaubens hier jedoch nicht.

Das ist ein interessantes Zusammenleben, leider jedoch nicht immer friedvoll, wie manchen Leuten weiter im Süden mittlerweile klar geworden ist.
Es gibt wahnsinnig viele Leute am Bahnhof von Hat Yai, die mich irgendwo hinfahren wollen. Ich bahne mir einen Weg, überquere die Strasse und frage einen Mann auf der Strasse, wo der Lokalbus nach Songkhla abfährt. Mit diesem Mann gehe ich zu der Bushaltestelle nicht weit vom Bahnhof weg. Selbst auf dem Weg zur Bushaltestelle werde ich noch versucht, von Transportalternativen überzeugt zu werden.
Dann stehe ich an der Bushaltestelle. Ich werde andächtig angesehen. So viele Europäer gibt es hier im äußersten Süden nicht. Im Bus schließlich finde ich mich inmitten vieler thailändischer Studentinnen und Schülerinnen wieder. Einfach paradiesisch. Als ich in Songkhla ankomme, ist es bereits dunkel. Ich habe eine Adresse, wo ich unterkommen kann. Der Name hat irgend etwas mit Amsterdam zu tun. Nach einigem Suchen und Unterstützung durch einen Thai, der mich ein Stück auf seinem Moped mitnimmt, finde ich mein Domizil.
Das Gästehaus wird von einer Frau von den Niederlanden geleitet, die dort lebt. Sie scheint Anhängerin des Südens Südostasiens zu sein. Sie hat im Innern des Gästehauses Karten von Indonesien, Malaysia und so weiter aushängen. Das ist alte niederländische Tradition. Die Niederländer haben schließlich bis MItte des 20. Jahrhunderts Malaysia, Indonesien kolonialisiert. Deswegen klingt die Sprache dort auch so ein bißchen niederländisch.
Heute abend schlendere ich noch ein wenig herum. Ich pflanze mich an einen Tisch an einem Strassenstand und lasse mir gebratenes Hühnchen mit Gemüse und Reis servieren. Das beste Gericht geschmacklich bisher.
Ich ziehe mich in mein Zimmer zurück, da ich viel Schlaf nötig habe. Die lange Zugfahrt spüre ich in all meinen Knochen.
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