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Donnerstag, 11. November 2004
Der Tag heute ist einer meiner Höhepunkte hier in Thailand.
Ich verlasse Lampang, um mit dem 3. Klasse-Zug nach Bangkok zu fahren. In mein Tagebuch behalte ich den Norden Thailands mit den Worten: "Ich habe dich gemocht, du schöner Norden Thailands!" in Erinnerung.
Als ich die Straße in Lampang entlang gehe zum Bahnhof, fallen mir die vielen Motorradfahrer auf, die hier in der Stadt herumgurken. Ich finde das beeindruckend, da sie immer in einem Riesengewühl an jemandem vorbeikommen. Also mache ich einige Aufnahmen von ihnen. Es ist frühmorgens gegen sieben Uhr dreißig und ich erwische die Leute, wie sie zur Arbeit tigern.


Auch einen "Freiberufler" mache ich ausfindig mit vielen Gestellen auf seinem Hänger.

Nach einer halben Stunde Fußmarsch bin ich am Bahnhof angelangt. Ich hole mir ein Ticket im Ticketbüro und bestelle mir einen Kaffee. Ich fahre drittter Klasse mit dem Zug durch nach Bangkok. Das ist billiger, als etappenweise mit dem Zug zu fahren, so die Ticketverkäuferin. Dann nehme ich noch einige Eindrücke vom Bahnhofsleben auf.
Taxifahrer und ...

... Gleisarbeiter am Bahnhof

Der Zug setzt sich in Bewegung. Die erste Wegstrecke ist sehr idyllisch. Wir werden bis ca. 40 km/h schnell.

Wir sind hier mitten in den Tropen! Das sehe ich am Bewuchs rechts und links am Gleis.
Im Abteil:


Das Wetter spielt auch mit. Es ist wunderbar warm und die Sonne lacht mit vollem Herzen. Mit der Zeit wird es flacher und es kommen mehr Leute in den Zug. Wir halten an jedem Bahnhof.

So kann man es auch im Abteil aushalten.


An bestimmten Bahnhöfen steigen Essensverkäuferinnen zu. Sie verkaufen das Essen in kleinen Styroporkartons. Diese enthalten sehr aromatischen Reis und leckeres Hühnchen mit Soße und Gemüse, hmm, sehr lecker.
So geht es zu, wenn sie Essen verkaufen. Sie brüllen laut und gehen an jedem Fahrgast mehrmals vorbei, bis sie dann an einem Bahnhof ihrer Wahl wieder aussteigen, um in einen anderen Zug zu steigen.


Ich beobachte die Leute in dem Zug. Das macht neben dem tollen Fahrgefühl die Faszination Zugfahren hier aus. Ich bin froh, dass es in Thailand solch ein dichtes Zugstreckennetz gibt. Es verbindet den Norden mit dem Süden und das Zentrum mit dem Osten und dem Nordosten.
Bis jetzt habe ich ja das Teilstück zwischen Zentrum und Norden abgefahren. Nun soll hinter Bangkok, also dem Zentrum Thailands, der Süden folgen, bis zum bittersten südlichen Ende soll es gehen.
Nachmittags sieht man die Leute draußen am Gleis arbeiten.

Und eine hübsche thailändische Frau beobachtet den Sonnenuntergang.

Gegen 21.30 Uhr erreiche ich Bangkok. Hier ist um diese Uhrzeit immer noch ein wahnsinniges Gewühl. Ich nehme ein Tuk Tuk in die Nähe von Khao San Road.
In der Nähe der berühmten Straße für Touristen, der Khao San Road steige ich aus. Ich bin mir im ersten Moment gar nicht sicher, ob das überhaupt die "Khao San Road Gegend" ist.
Ich frage einen Franzosen, der mir auf dem Gehweg entgegenkommt. Wir laufen ein Stück. Er kann mich davon überzeugen, dass ich am richtigen Ziel angekommen bin. Ja, hier ist es. Der Franzose ist sehr nett. Wie ich sucht auch er ein Quartier für die Nacht.
Er meint, er wüsste da was, was sehr ruhig und gut ist. Als wir dort sind, ist alles verschlossen. Wir machen uns bemerkbar und tatsächlich, es kommt jemand, schließt das Tor auf und wir treten ein.
Wir bitten jeder um ein Einzelzimmer. Leider ist nur noch ein Einzelzimmer frei. Der Franzose ist so uneigennützig, dass er sich mit dem Doppelzimmer begnügt und mir das Einzelzimmer überläßt.
Ich bin so froh, als ich dann in meinem Zimmer bin. Ich lasse den Rucksack fallen. Die Zugfahrt war wirklich erschöpfend. Dritte Klasse zu fahren von morgens 9.00 Uhr bis abends 21.30 Uhr macht man halt nicht alle Tage.Das merke ich schon.
Es unterhalten sich im Eingangsbereich noch zwei Italiener. Sie halten mich erst vom Einschlafen ab. Das gibt sich aber spätestens dann, nachdem ich ihnen mitteile, dass ich gerne schlafen wolle und mich die Lautstärke ihres Gesprächs daran hindere.
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