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Freitag, 08. Oktober 2004
Der Flug geht 9 Stunden bis Dakah, der Hauptstadt Bangladeschs. Als wir aus dem Flugzeug aussteigen, kommt mir das erste Mal tropische Schwüle entgegen, was ich aber als sehr angenehm empfinde. Trotzdem komme ich ganz schön ins Schwitzen. Wir erfahren, dass die Anschlußmaschine nach Bangkok bereits abgeflogen ist. Sie wartet nicht. Egal, die Umgebung ist hier so entspannt. Ich klinke mich einfach ein. Die Verspätung unseres Flugzeugs aus Frankfurt war erheblich. So lange wartet keine Anschlußmaschine. Nun haben wir einen Tag Aufenthalt hier. Die Fluggesellschaft läßt sich was einfallen. Alle Bangkok-Passagiere werden die Nacht in einem Hotel in Dakah untergebracht, im Top Mid-Hotel. Ich freue mich auf die Hauptstadt Bangladeschs, auch wenn wir nur ein Transit zum Hotel erhalten. Den Pass behalten die Immigrationsoffiziere am Flughafen ein, ein offizielles Visum bekommen wir nicht. Wir verlassen den Flughafen, zwei weitere Deutsche und eine Thai-Frau sind dabei. Mit einem gecharterten Taxi geht es dann zum Hotel. Tausende von Menschen stehen am Flughafenzaun, um was abzubekommen vom Reichtum der Touristen. In Dakah geht es holprig zu. Wir schießen über ein Bahnhofsgleis, wo wahnsinnig viele Menschen versammelt sind. Sie warten wahrscheinlich auf Essensspenden von Zugreisenden.
Die Strasse ist sehr lebendig, voll mit sehr lebendigen Menschen.

Mir gefällt auf Anhieb das Treiben hier. Das ist wirklich nicht perfekt hier, aber das zieht mich magisch an. Unordnung, Abgase, dazwischen die Rikschas, irgendwie habe ich lange darauf gewartet.
Die Armut ist nicht zu übersehen. Einige Menschen sehe ich mit verkrüppelten
Armen und Beinen am Straßenrand. Wir fahren mit Rikscha durch die Strassen.
Ein paar Mal beugen sich Menschen in die Rikscha und halten die Hand auf.
Der Fahrer vertreibt sie. Der Fahrer ist sehr zierlich, aber er hat viel
Kraft. Er weiß warum, es ist seine Einnahmequelle. Der Fahrer leistet
wirklich Erstaunliches. Er fährt mich anderthalb Stunden durch die Strassen
von Dakah.
Überall arbeitet man. Menschen bauen vor allen Dingen Häuser wieder auf, die durch Überschwemmungen in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Abends bekommen ich, die 2 Deutschen und die thailändische Frau Reis und
leckeres Hühnerfleisch. Frisch aus Deutschland bin ich jedoch mißtrauisch.
Ich esse Reis mit Soße. Die anderen sehen es gelassen. Sie essen alles,
was ihnen in die Quere kommt. Dabei trinken sie Tiger-Bier, das hier pro
Dose 3 US-Dollar kosten soll. Ich verzichte. Die zwei Deutschen sind lustig.
Der eine möchte sein Haus instand setzen lassen. Er sagt, er habe vor
Ort mit der Versicherung etwas zu klären. Der andere Deutsche hat vor,
mit einem Freund von Südthailand nach Nordthailand zu fahren. Das sind
alte Hasen, das merke ich sofort. Ich bin noch aufgeregt, die zwei überhaupt
nicht.


Lustig ist mir auch die eine Szene am Flughafen geblieben. Hajo, am Kopfende des Tisches, wurde von der thailändischen Frau um einige Dollar gebeten, damit sie ihre Familie in Thailand über die eintägige Verspätung informieren kann.
Als sie fragt, zu wenig Dollar bekommt und schließlich neuen Anspruch geltend macht, ertönt es aus Hajo:"Mak-Mak!", was thailändisch ist und "Zu viel!" heißt, ein überaus wichtiges Wort in Thailand, wenn man handelt. Hajo weiß es, in den richtigen Situationen anzuwenden.
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