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Donnerstag, 21. Oktober 2004

Ich bin bester Laune an diesem Morgen. Heute verlasse ich Phitsanulok. Unweit von dem London Hotel ist der Bahnhof. Dort setze ich mich in einen Zug und fahre weiter nach Norden nach Uttaradit, eine kurze Etappe, etwa 100 km nördlich, die mit dem Zug 3. Klasse in 2 Stunden zurückzulegen ist.

Kurze Zeit später bin ich am Bahnhof und warte auf den Zug nach Uttaradit. Als ich dann im Zug sitze, steigt in mir wieder dieses befreiende Gefühl des Reisens auf. Es ist wie ein Rausch. Ich glaube, immer das zu finden, was ich suche, wenn ich auf Reisen bin.

 

 

Eine fantastische Landschaft rauscht an mir vorbei. Satt grüne Felder, dazwischen vereinzelt Bauern, die mit der Landwirtschaft beschäftigt sind. Die laufen in den dicht bewachsenen Feldern herum, haben keine Maschinen oder andere Hilfsmittel. Die Sonne scheint.


Uttaradit hat für mich nichts Besonderes. Nachdem ich ein Hotelzimmer bezogen habe, suche ich nach versteigerungsfähigen Artikeln für Deutschland, Handys, Kopfkissen, usw.

Dann lerne ich eine nette Marktfrau kennen, sie ist ungefähr in meinem Alter und hat einen Sohn. Sie bietet mir einen Platz an in ihrem Stand und so sitzen wir da und unterhalten uns über die Verständigungsprobleme. Sie sagt, sie habe einen deutschen Freund, der ihr mal ein Wörterbuch geschickt hat. Dann hat sie auch ein Foto von ihm parat. Sie leuchtet mich förmlich an mit ihren schönen Augen. Neben ihr schaut ihr Kind Fernsehen. Wir unterhalten uns mit meinen Brocken Thailändisch aus dem Wörterbuch. Weiter unten ist ein Fluss, wo morgen wohl ein Rennen stattfinden soll.

Dann wird es Zeit für eine Mütze Schlaf. Ich gehe zurück zum Hotel. Draußen, unweit vom Hotel, tobt ein Thai-Boxkampf. Ich gesellt mich zu den Zuschauern. Diese sind wieder am Wetten, was das Zeug hält. Ich genehmige mir ein Bier.

 

Die Boxkämpfer sind ziemlich jung.

 

 

Er feuert am lautesten an.

 

Es wird gewettet, was das Zeug hält.

 


Ich soll auch wetten. Das geben mir einige Zuschauer zu verstehen. Aber ich versehe nichts davon, also lasse ich es.

Wenig später gehe ich eine Böschung hinunter. Ich erkenne einen Riesen-Rummelplatz. Ganz weit hinten steht eine Bühne. Dort wird Musik, Tanz und Comedy dargeboten. Alles auf einmal. Man kann sich das gar nicht vorstellen. Aber es funktioniert. Die Leute sind bester Laune und total ausgelassen.

Dann habe ich genug gesehen. Ich gehe hoch ins Hotelzimmer und mache mir ein Bier auf. Um mich herum schwirren die Fliegen wie verrückt. Das Zimmer ist billig, aber nicht der Rede wert. Es gibt das übliche Plumpsklo. Dort wird dann mit einem kleinen Eimer Wasser nachgespült. Von draußen her ist es sehr laut. Ich lege mich schlafen. Bis ich eingeschlafen bin, vergeht eine geraume Zeit.

 

 

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