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Freitag, 22. Oktober 2004

Wie gesagt, das Hotel in Uttaradit ist echt nicht das tollste am Platze.

Ich verlasse das Hotel sehr früh und gehe zur Marktfrau. Der Mann ist auch zugegen. Heute morgen soll ein Bootsrennen statt finden, das sie mir zeigen möchte. Da ich heute weiter in Richtung Norden fahren möchte, sage ich ihr, dass ich den Zug um 9.26 Uhr nach Lampang nehmen werde. Sie bittet ihren Mann, mich zum Bahnhof zu bringen. Das freut mich sehr. Also sitze ich kurze Zeit später hinten auf einem Moped. Das ist ganz schön eng, geht aber irgendwie. Es gibt auch eine herzliche Verabschiedung mit dem Ehemann und dann bin ich schon fast im Zug.


Die Zugfahrt geht über 5 Stunden. Wir fahren über dicht bewachsene Hügel durch tropischen Wald. Alles ist unheimlich satt grün. Dazwischen stehen die Bauern und pflanzen Gemüse und Früchte an. Als wir von einer Bergkuppel wieder in das Tal herunterrollen, sind wir nicht mehr weit weg von Lampang. Es ist ein tolles Gefühl. Die Atmosphäre im Zug ist auch völlig ausgelassen. Die Fenster stehen auf. Es gibt gar kein Glas in den Fenstern soweit ich mich erinnere. Die Kinder stecken ihren Kopf aus den Fenstern und ich gucke völlig ungläubig drein und kann es irgendwie nicht glauben, dass das Leben auch so sein kann, so einfach, so schön.

 

 

 

 

Nachdem wir zahlreiche Kurven und Hügel hinter uns gelassen haben, erreichen wir Lampang. Der Zug fährt dann weiter bis Chiang Mai ohne mich.

Ich gehe hinaus auf den Bahnhofsvorplatz und gucke andächtig auf Berge, die Lampang von weitem umsäumen.

Ich bin nun ein klarer Fan von einer Trekkingtour. Ich möchte raus aus der Stadt. Städte in Thailand habe ich genug gesehen.

Ich beschließe erst einmal ein Hotel aufzusuchen. Das Wetter ist eh nicht so gut im Moment. So gehe ich die Hauptstraße hinunter. Es fehlt mir ein Fremdenführer von Lampang. Ich habe keine Orientierung und keine Ahnung, wo ein Hotel sein kann. Die dritte Querstraße biege ich ab und laufe diese Strasse nun lange hinunter. Da bellt ein Hund. Der ist ganz schön zornig. Zum Glück kann der nicht auf die Strasse. Am Strassenende verweile ich erst einmal. Um die Ecke sitzt ein Mann, der sich ausruht. Ich frage ihn, ob er ein Gästehaus hier um die Ecke kennt. Er sagt ja, ist aber bis zu 2 km weg. Ich habe nicht an Orientierung dazu gewonnen. Das spürt der Mann und bittet seine Frau, die eh mit dem Moped weg will, mich auf dem Rücksitz mitzunehmen. Kurze Zeit später geht es dann schon los. Seine Frau setzt sich auf das Moped und nimmt mich auf dem Rücksitz mit. Wir fahren eine ganz schöne Ecke durch Lampang. Das erste Hotel, das wir uns ansehen, ist aber ganz schön teuer. Aber das nächste um die Ecke ist OK, auch von der Preislage her. Das Hotel, das "Sri Sangar Hotel" hat ein Bad mit Dusche und Plumpsklo. Die Leute sitzen unten an der Rezeption auf Stühlen und gucken irgendeine TV-Show. Ich lege mich ins Bett und versuche zu schlafen. Ich bin wahnsinnig müde, auch weil ich aufgrund des Krachs in der letzten Nacht nicht so direkt einschlafen konnte. Ich habe so viele Insektenstiche und Dünnschiss habe ich auch. Als ich abends noch raus gehe, um noch was essen zu gehen, kriege ich auf einmal richtige Bauchkrämpfe. Ich hole mir in der Apotheke ein Mittelchen, ich mache beinahe in die Hose, als ich zurücklaufe zum Zimmer. Aber ich habe es halten können bis zu meinem Klo im Hotelzimmer.

 

 

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