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Donnerstag, 28. Oktober 2004
Ein großes Vorhaben habe ich heute nicht. Ich werde Chiang Klang erkunden und am Abend werde ich mit einem der nettesten Menschen zusammensitzen, die ich auf meiner Reise kennenlerne.
Nach einer halben Stunde Wachsein geht es gegen 11 Uhr in den Ort.
Als ich mein Quartier verlasse, mache ich ein Bild von eben diesem.

Nebenan ist eine Art "Holztempel"

und viel Grün drum herum.

Ein Stück werde ich von einem freundlichen Mann mit dem Moped mitgenommen. Dann ist es Zeit, was zu essen.
Mir fällt auf, dass die Leute hier sehr ruhig sind. Mit der Familie sitzen einige von ihnen draußen, sind am arbeiten und üben Zusammenhalt. Geprägt ist das ganze hier auch von der Landwirtschaft. Alle Leute lächeln hier.
Ich werde als Europäer hier mit großen Augen angeschaut. Es sind nicht viele Europäer hier unterwegs. Die Leute freuen sich auf fremde Gesichter, was sie in einer ungeheuren Hilfsbereitschaft ausdrücken.
Ich gehe etwas aus dem Ort raus. Es ist wahnsinnig schön. Alles Reisfelder, am Horizont die Berge, die Sonne scheint,


unweit fließt ein Fluss.

Ich gehe bis zur Brücke. Die Motorräder fahren mit Höllenkarrarro an mir vorbei.

Dann mache ich kehrt.
Da es hier in Chiang Klang keine richtigen Bushaltestellen gibt, versuche ich an der Strasse das Ziel der Busse zu erkennen. Vielleicht ist ja einer dabei, der weiter nach Ban Huey Kon fährt.
Die Busse jedoch, die hier durch Chiang Klang brausen, sind so schnell, dass ich nicht erkennen kann, wo sie hinfahren.
Als es abendlich dämmert, gehe ich an einer Familie vorbei, die
Mutter sitzt am Wegrand und arbeitet. Von der Tochter erfahre ich, dass
in Ban Huey Kon Gästehäuser sind, wo ich übernachten kann.
So überlege ich, morgen früh mit dem Bus weiterzufahren in Richtung
Ban Huey Kon.
Ich gehe zurück zum "Holztempel", wo nebenan mein Quartier
ist. Ich treffe auf den Gästehausmann. Der ist unheimlich nett, aber
er versteht mich nicht und ich ihn auch nicht. Wir setzen uns zusammen
und reden. Ich nicke stumm und tue so, als würde ich ihn verstehen.
Er tut auch so, als würde er mich verstehen. Dann holt er einen Wein
und wir trinken ein Glässchen zusammen.
Ich versuche ihm verständlich zu machen, dass ich morgen mit dem Bus nach Ban Huey Kon weiterfahren will und frage ihn, ob er mich zu einer Bushaltestelle bringen könne. Er nickt stumm und weist auf sein Moped. Ob er mich verstanden hat? Naja, ich werde es erleben. Es wird 22 Uhr. Wir wünschen uns eine Gute Nacht und ich verschwinde in mein Quartier.
Der Gästehausmann.

Gedanken an diesem Tag:
Dass ich auf diese Art und Weise mein Weiterkommen regele, ist für mich total neu. Dieser Ausflug nach Ban Huey Kon lehrt mich, weil ich nicht weiß, ob ich dieses Ziel überhaupt erreichen werde, der Zeit und den vielen Hilfen und Möglichkeiten zu vertrauen, die es gibt.
Gerade weil ich im Gegensatz zu einem Pauschaltouristen keinen Plan und jede Menge Zeit habe, wird es überhaupt an den beiden nun folgenden Tagen zu den mir persönlich unvergeßlichsten Erlebnissen meiner Reise kommen.
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